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Mehr als 500 Gäste bei Einweihung des Gildebaums in Müllrose / 24 Zunft- und 12 Vereinszeichen

Monument zur Ehre des Handwerks

Die Einweihung des Gildebaums war in eine stimmungsvolle Veranstaltungt. Mit 17,5 Metern Höhe ist der Gildebaum das größte Monument seiner Art in Brandenburg und ein neues Wahrzeichen der Stadt Müllrose.
Die Einweihung des Gildebaums war in eine stimmungsvolle Veranstaltungt. Mit 17,5 Metern Höhe ist der Gildebaum das größte Monument seiner Art in Brandenburg und ein neues Wahrzeichen der Stadt Müllrose. © Foto: MOZ/Ralf Loock
Ralf Loock / 10.09.2017, 20:20 Uhr
Müllrose (MOZ) In Müllrose wurde am Sonnabend der 17,5 Meter hohe Gildebaum eingeweiht, der größte in Brandenburg. Wirtschaftsminister Albrecht Gerber würdigte die Bedeutung der handwerklichen Betriebe bei der Schaffung von Arbeitsplätzen.

Constantin Decker, pensionierter Steinmetz-Obermeister, hatte sich eigens auf diesen Tag zur Einweihung des Gildebaums vorbereitet, schließlich kennt sich der 80-Jährige mit den Traditionen im Handwerk aus: Er trug eine Krawatte mit seinem Zunftzeichen und einen Ring, ebenfalls mit diesem Enblem. So wie er sind viele Müllroser Familien mit dem einen oder anderen Handwerk verbunden, neben Constantin Decker fanden sich mehr 500 Schaulustige auf der Festwiese ein, um auf die Ankunft des Gildebaums zu warten.

Die Veranstaltung strahlte auch über den Bereich Handwerk und Wirtschaft hinaus: Von Dieter Hartung vom Müllroser Sportverein bis zu Andreas Kemnitz von den Müllroser Seglern, von Ronny Brandt vom SPD-Ortsverein über Siegfried Schulz vom städtischen Beirat "Schöner unsere Stadt" bis zu Pfarrer Matthias Hirsch waren viele gekommen.

Um kurz vor 11 Uhr näherte sich langsam der Konvoi, begleitet von Fahrzeugen der Feuerwehr rollte der Lastwagen auf die Festwiese. Die Unternehmer Thomas Kühl und Ulrich Zimmer, er ist der Schirmherr und der Initiator des Gildebaums, begrüßten alle Teilnehmer und baten, eine Gasse für den Transporter freizumachen. Der Kran hob den etwa fünf Tonnen schweren Gildebaum mit seinen 24 Zunft- und zwölf Vereinszeichen sowie dem Wappen der Stadt Müllrose oben auf der Spitze und einen Schild der Handwerkskammer Frankfurt am Stamm an. Schon nach wenigen Minuten schwebte der Koloss in luftiger Höhe über den Baumwipfeln und um etwa 11.20 Uhr begannen man damit den Stamm in die im Erdreich verankerte Hülse zu bugsieren.

Nun eilten Handwerker hin und her, holten passendes Werkzeug für die Schrauben und alle warfen einen fragenden Blick auf das Wahrzeichen: Steht der Baum gerade? So bat man halb scherzhaft, halb ernsthaft Wolf Harald Krüger, Präsident der Handwerkskammer, als obersten Handwerker um seine kritische Einschätzung: Mehr nach links, mehr nach rechts? Die Schrauben jetzt festziehen?

Handwerks-Pfarrer Johannes Simang aus Berlin, der auch im Schlaubetal einmal als Seelsorger tätig war, segnete alle Anwesenden und den Gildebaum und endete mit dem Ausruf: "Gott segne das ehrbare Handwerk."

In ihren Grußworten würdigten unter anderem Wirtschaftsminister Albrecht Gerber, Landrat Rolf Lindemann, Kammer-Präsident Wolf Harald Krüger, Matthias Vogel, Amtsdirektor des Amtes Schlaubetal, und Müllroses Bürgermeister Detlef Meine die Bedeutung des Handwerks und der mittelständischen Betriebe und gratulierten den Müllrosern zu ihrem neuen Wahrzeichen.

Der Gildebaum, Träger ist der Tourismus-Marketingverein Schlaubetal, ist das Ergebnis eines beeindruckenden Einsatzes vieler Unternehmen: Der eine Betrieb stellte einen Lastwagen kostenlos zur Verfügung, der andere einen Kran. Eine Baufirma kümmerte sich um die Erdarbeiten und den Errichtung der Hülse, eine Zimmerei übernahm die Bearbeitung des Baumstammes, ein Metallbetrieb baute die Wappen an. All dies ohne Rechnung. Für das Material mussten immerhin 33 000 Euro aufgebracht werden. Viele Firmen und auch Familien spendeten Geld, unter anderem auch das Land Brandenburg, die Sparkasse Oder-Spree und die Handwerkskammer.

Ulrich Zimmer dankt allen Sponsoren und Helfern. Wie er auf Nachfrage bestätigte, hat die Stadt Frankfurt (Oder) rund 1000 Euro für den Müllroser Gildebaum überwiesen. Für das Frankfurter Amt für Wirtschaftsförderung nahmen Frank Frisch und Mario Quast an der Feier im Schlaubetal teil. Die Oderstadt engagiere sich dort mit dieser Spende, so erklärten sie, da es schon jetzt eine rege Zusammenarbeit beispielsweise im Bereich der betrieblichen Ausbildung zwischen beiden Städten gebe und Frankfurter Schulabgänger seit Jahren am Tag des offenen Unternehmens in Müllrose teilnehmen.

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