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Löcknitz-Grundschule in Erkner wartet auf Lösung ihres Kapazitätsproblems / Stadt prüft Containerstellplätze

Suche nach Räumen geht weiter

Martin Stralau / 14.11.2017, 20:06 Uhr
Erkner (MOZ) Ab kommendem Sommer reichen die Kapazitäten an der Löcknitz-Grundschule nicht mehr aus. Die Stadt als Schulträger sucht fieberhaft nach alternativen Unterbringungsmöglichkeiten - bisher erfolglos. Im Bildungsausschuss am Montag wurde darüber diskutiert.

Auf der Schulkonferenz der Grundschule im Juni hatte Bildungsressort-Leiterin Claudia Warmuth angekündigt, dass im Herbst im Bildungsausschuss und gegebenenfalls in der Stadtverordnetenversammlung eine Entscheidung getroffen werde. Eine Entscheidung darüber, wo provisorische Ersatzräume für die aus allen Nähten platzende Löcknitz-Grundschule geschaffen werden. Dementsprechend groß war am Montagabend die Verwunderung bei vielen Mitgliedern des Bildungsausschusses, dass Claudia Warmuth und Bürgermeister Jochen Kirsch (SPD) keine Lösung präsentieren konnten, zumal der Tagesordnungspunkt "Information zu Übergangsvarianten bis zur Errichtung eines Schulzentrums in Erkner" mehr versprochen hatte.

"Es können nur Container-Lösungen sein", sagte Kirsch auf Nachfrage der Ausschussvorsitzenden Elvira Strauß (Linke). Zwei Möglichkeiten - die eine auf dem Schulhof des Bechstein-Gymnasiums, die andere auf dem Gelände des Hortes der Kita Koboldland in der Langen Straße - würden derzeit geprüft. Mehr könne er bis zum Abschluss der Prüfung noch nicht sagen. Claudia Warmuth stellte klar, dass sich die Stadtverwaltung entschlossen habe, eine Lösung unabhängig von der Errichtung eines Schulzentrums in Erkner zu finden. Das Schulzentrum mit Grund- und Oberschule, das der Landkreis voraussichtlich ab 2018 dort bauen will, wo jetzt die Morus-Oberschule steht, soll das Grundschul-Problem dauerhaft lösen. Zuletzt habe man jedoch in einem Gespräch mit Vertretern der Kreisverwaltung gehört, dass gegenwärtig weder eine Aussage zum Standort noch zum Zeitpunkt der Errichtung eines Schulzentrums möglich sei, erklärte Claudia Warmuth. Die Stadt befürworte weiter die Errichtung und Betreibung eines Schulzentrums durch den Landkreis am Standort der Morus-Oberschule.

Rüdiger Konertz, Leiter des Carl-Bechstein-Gymnasiums, bat die Stadt darum, bei der Container-Frage "nicht ernsthaft" über den Standort auf dem Schulhof des Gymnasiums zu diskutieren. "Ich habe auf Anfrage des Landkreises gesagt, und dazu stehe ich weiter, dass wir nach dem Abschluss unserer Bauarbeiten übergangsweise Einheiten für zwei bis drei Klassen in unserem Neubau für die Löcknitzschule oder die Morus-Oberschule schaffen könnten, während das Schulzentrum gebaut wird", sagte Konertz. Die Container auf dem Hof, die dort bis Mai 2018 stehen, um die Gymnasiasten während der Bauarbeiten zu unterrichten, könnten keine Dauerlösung sein - "auch, weil wir auf dem Hof an sich schon keinen Platz haben", wie Konertz betonte. Er sei sich sicher, dass seine Schulkonferenz dies ablehnen würde. Vorstellen könne er sich aber "eine zeitlich befristete Lösung mit Containern in deutlich reduzierter Zahl, um zu helfen, dass Erkneraner Eltern, die ihre Kinder in der Stadt einschulen wollen, das auch machen können", wie er der MOZ am Dienstag sagte.

Grundschulleiter Sebastian Witt berichtete, dass er jetzt schon Probleme habe, Schüler unterzubringen - "und zwar sowohl, was die Schülerzahl, aber auch, was die Klassenzahl betrifft". Die Schule habe momentan 22 Klassen, Prognosen für das kommende Jahr gingen von 23 bis 24 Klassen aus. "Wenn keine Lösung gefunden wird, können wir keine weiteren Schüler aufnehmen", stellte er klar. Witt favorisiert Container auf dem Hof des Koboldland-Hortes. Der Standort Gymnasium funktioniert für ihn nicht. "Die Kinder haben dort viel zu wenig Auslauffläche." Das sei aber nur einer von mehreren Gründen, die dagegen sprechen. Lars Poschitzki, Sprecher der Grundschul-Elternkonferenz, erklärte, dass diese sich gegen Container am Gymnasium ausgesprochen hatte. Er forderte eine schnelle Lösung: "Wie soll die Grundschule sonst mit den Anmeldungen im Februar umgehen, wenn sie ihre eigenen Kapazitäten nicht kennt?"

Bürgermeister Kirsch versprach, das Problem bis Februar gelöst zu haben. "Wir arbeiten täglich an einer Lösung."

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