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Mitglieder der Heimatgruppe Schernsdorf befreien Grabanlage von Herbstblättern / Letzte Bestattung 1985

Förstergräber neu herausgeputzt

Elke Kögler / 15.11.2017, 07:55 Uhr
Schernsdorf (MOZ) Auf dem Siehdichumer Försterfriedhof sind ehemalige Förster und Waldarbeiter sowie zudem Familienangehörige beerdigt. Die erste Beisetzung fand im Jahr 1891 statt. Zuletzt hat auf der Erinnerungsstätte Revierförster Clemens Göthert seine letzte Ruhe gefunden.

Der Försterfriedhof nahe des Siehdichumer Ortsteils Schernsdorf ist seit Dienstag herausgeputzt. Die zwölf Mitglieder der Heimatgruppe Schernsdorf haben die 18 Gräber für die 24 verstorbenen Förster und Waldarbeiter sowie deren Angehörige von Herbstlaub befreit. Hintergrund der Herbstputzaktion sind der bevorstehende Volkstrauertag am 19. November und Totensonntag am 25. November.

"Der königliche Forstmeister Wilhelm Reuter wollte hier ursprünglich nur eine Familiengrabstätte errichten", erklärt die Sprecherin der Heimatgruppe Gudrun Hänschen. Nach dem Tod seiner Frau Marie Reuter im Jahr 1891 holte der Forstmeister alle Genehmigungen ein und ließ seine Ehefrau dort bestatten. Danach lebte Wilhelm Reuter 22 Jahre lang mit seiner zweiten Ehefrau Emilie Reuter zusammen. 1913 verstarb der Forstmeister selbst. Seine Frau Emilie lebte ein Jahr länger als ihr Mann. Beide wurden in der Familiengrabstätte beerdigt.

Die Tochter von Forstmeister Reuter Hedwig Eyber hat dessen Nachfolger Oberförster Karl Eyber geheiratet. 1915 wurde die gemeinsame Tochter Reinhild Karla Emma Eyber geboren. Der Oberförster konnte diese allerdings nicht kennenlernen. So wurde Reinhild Karla Emma Eyber nur ein Jahr alt. Das kleines weiße Kreuz, das sich hinter dem Eingang des Försterfriedhofs Siehdichum befindet, erinnert an die Tochter. Karl Eyber selbst verstarb auf einem Schlachtfeld des Ersten Weltkrieges. Sein Name ist auf einem Gedenkstein zu Ehren der Kriegstoten aus dem Preußischen Stiftsforstamt Siehdichum zu lesen. Der Stein ist vor dem Försterfriedhof im Wald platziert.

"Touristen und Interessierte haben ab sofort wieder einen freien Blick auf die Grabanlage", schildert Sprecherin Gudrun Hänschen den Arbeitserfolg der Herbstputzaktion. Konkret habe sie beobachtet, dass der Siehdichumer Försterfriedhof für Gäste des Hotels Forsthaus Siehdichum - das einstige Forsthaus - das erste Ausflugsziel sei. Außerdem blieben zahlreiche Wanderer, die das Herz des Schlaubetals durchqueren und dabei erkunden, immer wieder vor der Grabstätte stehen, habe Heimatgruppensprecherin Hänschen weiter beobachtet. Alle Interessierten können dort einen Blick auf die Grabsteine werfen sowie den Text auf der am Eingang aufgestellten Tafel lesen, der in Kürze die Historie zur Ruhestätte zusammenfasst.

Die letzte Bestattung auf der ursprünglich für die Mitglieder der Försterfamilie Reuter errichteten Grabanlage hat im Jahr 1985 stattgefunden. Revierförster Clemens Göthert, der seinen Bruder Friedrich und seine Frau Meta überlebte, hat dort die letzte Ruhe gefunden. Sein Bruder Friedrich und dessen Ehefrau Johanna, die die Schwester seiner Frau Meta war, sowie Meta Göthert selbst sind ebenso auf der Förstergrabstätte beigesetzt.

"Außerdem wurden hier zwei Unternehmer aus Cottbus bestattet", erklärt Gudrun Hänschen weiter. Warum beide ausgerechnet nahe Siehdichum beigesetzt wurden, werde die Heimatgruppensprecherin demnächst gründlich recherchieren.

Konkret befindet sich der Siehdichumer Försterfriedhof an der nach Süden von der Verbindung zwischen Schernsdorf und Mixdorf abzweigenden Straße.

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