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Heinz Kannenberg 07.02.2017 07:17 Uhr - Aktualisiert 09.02.2017 14:59 Uhr
Red. Frankfurt (Oder), frankfurt-red@moz.de

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Wohnen und feiern im Ferdinandshof

Frankfurt (Oder) (MOZ) Bis 2019 will der neue Eigentümer Steven Uckermann den historischen Brauereikomplex in der Gubener Straße mit zehn Millionen Euro sanieren. In einer unter Denkmalschutz stehenden Gewerbebrache sollen 124 Wohnplätze für Studenten, Gemeinschaftsräume, zwölf Wohnungen, ein Restaurant und ein Event-Keller entstehen.

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Denkmalgeschütztes Areal: Das ehemalige Fabrikgelände in der Gubener Straße/Ferdinandstraße wird von einem Berliner Unternehmer saniert. Schwerpunkt ist studentisches Wohnen.

© Thomas Rosenthal

Berliner Freunde rieten Steven Uckermann anfangs, davon zu lassen, in Frankfurt in studentisches Wohnen in einem historischen Gebäudekomplex zu investieren. Doch eine gewisse Euphorie um dieses Projekt habe ihn motiviert. Architekturstudenten aus Cottbus und ein Viadrina-Projektteam hatten Vorschläge erarbeitet, wie ein Wohnprojekt in dem ehemaligen Fabrikgelände aussehen könnte. Uckermann entwickelte daraus dann seinen eigenen unternehmerischen Plan: eine Mischung aus Gewerbe, studentischem Wohnen, Wohnen für Rentner sowie Familien. "Dann habe ich mir irgendwann gesagt: Ich gehe das Risiko ein", sagt er. Die Lage des Areals in der Innenstadt sei super und der Kaufpreis günstig gewesen. Und die Unterstützung der Stadt bei den Planungsaktivitäten ausgezeichnet. Uckermann ist Geschäftsführer der Berliner Energiewohnen GmbH und seit 20 Jahren in Berlin sowie dem Umland als Bauträger und Projektentwickler tätig. Die sogenannten Ferdinandshöfe in der Gubener Straße 8 bis 9 wolle er jedoch nicht verkaufen sondern im Bestand halten.

Laut Uckermann entstehen auf dem Areal 124 Wohnplätze für Studenten, vorwiegend Einzel-, Zweier- und Dreier WG. In den beiden Eckhäusern in der Gubener Straße/Ferdinandstraße werden zwölf Wohnungen von 72 bis 121 Quadratmeter Wohnfläche ausgebaut. Zum Komplex gehört auch ein Neubau mit 1250 Quadratmeter Wohnfläche in der Ferdinandstraße. Mit einem außerhalb an allen Gebäuden angebrachten Aufzug werde man jede Ebene erreichen. Alle Einheiten werden barrierefrei gebaut und sind somit auch für altersgerechtes Wohnen geeignet. Über 600 Quadratmeter Gemeinschaftsflächen wird es in den Gebäuden geben. Diese würden für unterschiedliche Zwecke ausgeschrieben und sind mietfrei. Die Räumlichkeiten müssten dann selbst betrieben werden. Uckermann stellt sich hier eine Art Wettbewerb vor, bei dem sich die Bewohner der Ferdinandshöfe mit einem Konzept bewerben und die Räume dann kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Auf dem Gelände soll in einem ehemaligen Kesselhaus auch ein neues Restaurant entstehen. Dazu werde dann auch der Ausbau des Kellergewölbes - Frankfurtern bekannt als ehemals "Röhre" - als Event-Keller für Partys gehören.

Etwa zehn Millionen Euro will Uckermann in dieses Areal investieren. Neben Eigenkapital und Darlehen gehören dazu 1,9 Millionen Euro Förderung vom Bundesministerium für Bauen für sogenannte Variowohnungen. Mit diesem Projekt will der Bund die große Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum für Studenten, Auszubildende und auch Rentner fördern. Gebraucht würden in größeren Städte zunehmend Wohnungen, die bei hoher architektonischer und wohnlicher Qualität flexibel nutzbar sind und mit deren Warmmiete auf geringe Einkommen eingegangen werde. Eine gemischte Nutzung soll möglich sein. Variowohnungen sind kleine modulare Wohneinheiten, die mindestens 20 Quadratmeter groß sind und aus einem Individualraum, einer Kochgelegenheit und einem Bad/WC bestehen, heißt es in der Projektbeschreibung.

Die Warmmiete ist bei 300 Euro gedeckelt, einschließlich Zugang zum Internet, betont Uckermann. Diese Miethöhe hält er für seine unternehmerische Planung durchaus als eine sehr große Herausforderung. Um dieses Ziel so umzusetzen, seien architektonische, bauliche und technische Innovationen notwendig. Sie sollen von Wissenschaftlern der Cottbuser Universität erprobt, begleitet und ausgewertet werden.

Uckermann verweist auf den Bedarf solcher Wohnangebote in Frankfurt. Es gäbe hier eine Reihe von Einrichtungen, die beispielsweise auch mit Praktikanten arbeiten. Daher verzeichnet er bereits erste Nachfragen nach diesen Variowohnungen, unter anderem durch das Klinikum, in diesem Areal. "Ich bin überzeugt, die Sanierung des Ferdinandshofes ist ein richtiges Projekt zur richtigen Zeit und in der richtigen Stadt", betont der Berliner Unternehmer. Vielleicht könne das Projekt den Weg zu einer quirligen belebten Innenstadt ein Stück begleiten.

Im Mai soll Baustart sein. Abrissarbeiten und Rohbauarbeiten ständen zunächst im Mittelpunkt. Uckermann will bis zum Winter 2018 die Gebäudehülle winterdicht haben, um dann bereits mit den Innenarbeiten zu beginnen. 2019 soll das Areal insgesamt saniert sein. Das Förderprogramm beinhalte auch eine kurze Bauzeit.

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