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Satirepartei plant Aktion auf Leipziger Straße

Mit Staubsaugern gegen Feinstaub

Thomas Gutke / 09.02.2017, 20:30 Uhr
Frankfurt (MOZ) (MOZ) Sie hat ein Heidengeld gekostet, ihr Nutzen aber ist umstritten. Die Rede ist von der dynamisch umweltgesteuerten Verkehrsumleitung in der Leipziger Straße. Angeblich soll die Zwangsumleitung die Luft sauberer machen. Dabei bewirkt sie eher das Gegenteil. Denn viele Fahrzeuge sind länger unterwegs, als sie es eigentlich sein müssten. Tatsächlich sind vor allem Kamine und Kohleöfen für erhöhte Feinstaubwerte verantwortlich, betonen Experten.

Angesichts der realsatirischen Züge, die das Thema birgt, war es nur eine Frage der Zeit, bis sich auch der Stadtverband der Satirepartei Die Partei damit befasst. An diesem Sonnabend setzen seine Mitglieder nun ein Zeichen gegen Feinstaub. Auf der Leipziger Straße wollen die Partei-Mitglieder den Smog "in seine Schranken weisen". Und zwar "mit einfachen Mitteln, wie dem altbekannten Staubsaugermodell Vampyr, Besen und Staubtüchern". Geplant sei die Aktion an der Feinstaub-Messstation, "für messbaren Erfolg", heißt es in der Mitteilung.

"Es ist ein komplexes Thema, aber wir sehen ja schon an der Verkehrsplanung der Stadt, dass der Feinstaub nicht direkt bekämpft, sondern eher umgeleitet wird. Solange keine Autos an der Messstation vorbeifahren, werden auch keine Werte überschritten. Wir hauen mit unserer Aktion in die gleiche Kerbe und reduzieren den Feinstaub aktiv", erklärt der Die Partei-Vorsitzende Philipp Hennig.

Längerfristig wolle man sich auch für den Gebrauch alternativer Fortbewegungsmittel wie Bobbycars und Elektroautos sowie die Errichtung von Mooswänden einsetzen. Letzteres entlaste nicht nur die Umwelt, "sondern verbirgt auch stilsicher bröckelnde Fassaden und verschönert die in die Jahre gekommene Leipziger Straße."

Philipp Hennig erklärt das Engagement für ein feinstaub freies Frankfurt so: "Da die Grünen mittlerweile mehr damit beschäftigt sind, Wörter umzugestalten, springen wir gerne ein und helfen den Anwohnern und der Umwelt in Frankfurt, wieder auf einen gesunden grünen Zweig zu kommen."

Kommentare

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Paul Müller 10.02.2017 - 09:23:06

Vielleicht nimmt man es auch ...

... in Slubice mit den EU-Richtlinien nicht so genau, dort wird glaube noch viel mit Kohle geheizt :) Somit könnte man den Verkehr auch über Prenzlau umleiten - ohne den Feinstaub zu reduzieren ...

Hartmut Höhne 10.02.2017 - 00:11:43

Wenn Bürokraten Statistik machen

In Frankfurt (Oder) gibt es neben der Messstelle in der Leipziger Straße eine zweite in der Straße Im Sande, eine verkehrsmäßig sehr ruhige Straße. Von beiden Stationen sind die Feinstaubwerte ähnlich hoch - trotz dramatisch anderer Verkehrsbelastungen. Um nun statistisch die Messwerte in der Leipziger Straße geringfügig aufzubessern, wird der Autoverkehr aus Richtung Markendorf ins Stadtzentrum auf eine mehr als 1 km längere Strecke geführt, deren Fahrbahn desolat ist. Zur Krönung befindet sich dort eine Baustelle mit einspuriger wechselseitiger Verkehrsregelung direkt auf der Brücke über die Bahngleise. Eine "grüne Welle" ist dort auch ohne Baustelle nicht realisierbar. Die geringfügige Verbesserung in der Leipziger Straße wird mit einer mehrfach höheren Feinstaubbelastung durch den Umleitungsverkehr erkauft. Früher nannte man das einen Schildbürgerstreich.

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