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René Matschkowiak 09.03.2017 06:20 Uhr - Aktualisiert 09.03.2017 16:49 Uhr
Red. Frankfurt (Oder), frankfurt-red@moz.de

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Kleist trägt rosa

Frankfurt (Oder) (MOZ) Der internationale Frauentag wurde in Frankfurt auf ganz vielfältige Weise begangen. Es gab Kaffeerunden - aber auch feministischen Protest. So wie der Flashmob von Frauen und einigen Männern im Gertraudenpark.

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Ein Glas Sekt zum Flashmob am Kleistdenkmal. Das Denkmal wurde mit einer pinkfarbenen Mütze verziert.

© René Matschkowiak

Heinrich von Kleist im Gertraudenpark hat seit Mittwoch nachmittag ein pinkfarbene Mütze auf dem Kopf. Das war kein Streich von Kindern, sondern Ausdruck ernsten Protests, wie Sahra Damus von den Frankfurter Grünen sagte. Die sogenannten Pussy-Mützen, die am Frauentag deutschlandweit Männerdenkmälern aufgesetzt wurden, sind vom "Womens March" inspiriert. Die Demonstrationen zogen nach Amtseinführung Donald Trumps in Washington Zehntausende Frauen an.

Aktivistinnen des Marsches im Januar hatten per Twitter dazu aufgerufen, nach ihrer Vorlage rosa "Pussy-Mützen" für die Teilnehmerinnen des "Women's March" zu stricken und so ihren Protest gegen frauenfeindliche Äußerungen des US-Präsidenten zum Ausdruck gebracht. "Wir verwandeln ein Männerdenkmal in ein Symbol für unseren feministischen Protest", so Sarah Damus. Neben Frankfurt fand eine ähnliche Aktion auch in Potsdam statt.

"Heute ist der 8. März, und wir müssen feststellen, dass grundsätzliche Frauenrechte und Errungenschaften, die Generationen von Frauen vor uns in unserer westlichen Gesellschaft erkämpft haben, wieder in Frage gestellt werden", sagte Alena Karaschinski, Sprecherin des Frankfurter Kreisverbandes der Grünen, in ihrer Rede. Sie ging auch auf den polnischen Europaabgeordneten Janusz Korwin-Mikke ein, der vor kurzem befand, dass Frauen selbstverständlich weniger verdienen müssen, weil sie kleiner, schwächer und weniger intelligent seien.

"So absurd wir das finden, wir sollten nicht den Fehler machen, ihn nicht ernst zu nehmen. Ein Europaabgeordneter hat Macht und Einfluss. Das ist ein Meinungsmacher." Neben anderen Bürgern schlossen sich auch einige Mitglieder der Frankfurter Linken dieser Aktion an.

"Wir waren den ganzen Tag unterwegs und haben Rosen verteilt und sind mit vielen Frauen ins Gespräch gekommen", so der Landtagsabgeordnete René Wilke. "Als wir von dem Flashmob erfuhren, wollten wir dieses Anliegen natürlich gern unterstützen."

Die Mütze, die nun das Denkmal ziert, wurde im übrigen für Kleist maßgefertigt. "Wir haben erst den Kopf ausgemessen und dann habe ich sie gestrickt", meinte Ulrike Polley, Mitarbeiterin der Europa-Universität. "Wir wollen die Hälfte der Macht - nicht mehr und nicht weniger", so Alena Karaschinski.

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