Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de
Unser Gewinnspiel zu Weihnachten - Heute 100€ gewinnen

Mehrere hundert Teilnehmer bei Veranstaltungen in Wendisch Rietz und Erkner

Feiertag für Biker und Mopedfans

Elke Lang und Martin Stralau / 03.10.2017, 22:58 Uhr - Aktualisiert 04.10.2017, 12:44
Wendisch Rietz/Erkner (MOZ) Motorisierte Zweiradfahrer aus der Region kamen am Dienstag voll auf ihre Kosten. Biker konnten beim Märkischen Buffet in Wendisch Rietz nicht nur deftig essen, sondern auch eine gemeinsame Tour unternehmen. In Erkner starteten zum zehnten Mal hunderte Simsonfans zu einer Ausfahrt.

Zu zwei Feiertagen, die Saisonanfang und -ende markieren, am 1. Mai und 3. Oktober, ist immer rings um das Märkische Buffet am Bahnhof Wendisch Rietz gefühlt die Hölle los. Dann treffen sich dort Gruppen mit Namen wie Quad Riders, Pharao Dessert Raid, Free Biker Germania und Harley-Davidson Motor Cycles. Aber alle sind friedlich, wollen nur deftig essen, Bikerlatein austauschen und schließlich auf ihren schweren Maschinen eine 70 Kilometer lange Ausfahrt durch das Umland unternehmen.

Für eine Show der besonderen Art sorgte die kleine Gruppe mit Namen "Streetfighter 1230". Zu ihr gehören Sebastian Ockain und Matthias Miersch aus Ranzig, Sebastian Engler aus Bornow, Marco Kranich aus Beeskow und Andy Schölzel aus Döbern. Burn-out nennen sie es, wenn sie geschenkte alte Reifen auf extra umgebaute Motorräder montieren und sie so lange bei Vollgas sich drehen lassen, bis sie mit einem lauten Knall platzen. "Das machen wir schon eine Weile aus Spaß an der Freude", lachte Sebastian Ockain und beruhigte: "Für die Zuschauer ist es ungefährlich, weil eingezäunt, falls ein Motorrad mal ausbricht." Die Platz- oder Brandwunden, die sie sich gelegentlich dabei zuziehen, nehmen sie als harte Kerle gelassen hin. Gemeinsam fahren sie auf verschiedene Bikertreffen und zeigen ihr Hobby auch auf Feiern in den eigenen Familien.

Aber auch starke Frauen waren unter den Bikern. Zum Beispiel die 37-jährige Juliane Reich, Lehrerin der Europaschule Storkow, mit ihrer 650er Kawasaki ER-6F. 72 PS hat das Motorrad, "und man ist schnell mal auf 190", schmunzelte sie. Vor zwei Jahren hat sie sich damit einen Traum erfüllt und ist schon 4475 Kilometer gefahren, meist in der Gegend und "auf schönen Strecken im Spreewald".

Steffen Freyberg, der Organisator und Chef des Märkischen Buffets, zeigte sich zufrieden. Trotz des angekündigten Regens seien fast so viele Teilnehmer wie sonst auch gekommen, darunter ein fester Stamm, zu dem Robert Rintisch aus Lüdershagen in Mecklenburg-Vorpommern gehört, der die weiteste Anfahrt hatte.

Viele Stammgäste zählt inzwischen auch die gemeinsame Ausfahrt von Fans der Moped-Marke Simson, die immer am 3. Oktober auf dem Parkplatz hinter Mc Donalds in Erkner startet und wieder ankommt. Organisator Jens Jäger von den "2-Takt-Freaks" aus Königs Wusterhausen, den alle nur "Pie" rufen, hat das Treffen 2008 ins Leben gerufen. "Damals haben wir uns mit 18 Mopeds an einer Tankstelle in Friedersdorf versammelt. Dort ist es uns dann aber mit den Jahren zu klein geworden, also sind wir nach Erkner, was für die Clubs aus der ganzen Region zentral gelegen ist", erzählte der 29-Jährige am Dienstag bei der zehnten Veranstaltung.

Inzwischen ist die Simsons-Ausfahrt am Feiertag diejenige mit der größten Teilnehmerzahl in Berlin-Brandenburg. Klar, dass da auch die Organisation selbst mitwachsen muss. So waren jetzt erstmals zwei Fahrer der Motorradstaffel des DRK-Ortsverbandes Zossen mit, die die Motorrad-Touren-Blocker-Staffel (MTBS) aus Rüdersdorf mit noch einmal vier Teilnehmern unterstützte. "Unsere Aufgabe ist es, zu schauen, dass kein Auto in die Moped-Gruppe fährt und dass das Teilnehmerfeld zusammenbleibt", erzählte Staffelmitglied Tobias Liebetanz. Für den Fall, dass es größere Probleme gebe, sei man per Funk direkt mit der Leitstelle Oderland in Frankfurt verbunden. Als Absicherung hinter dem Feld fuhr zum zweiten Mal Christian Rossins (26) aus Senzig mit seinem Tanklöschfahrzeug Baujahr 1977, auf dem hinten deutlich zu lesen war "Bitte nicht überholen". Paul Suter (15) aus Erkner war mit einer Simson Duo, einem Zweisitzer, das erste Mal dabei. Bevor es los ging, pumpt er noch ein bisschen Luft in seine Reifen. Um 12 Uhr startete die Tour, die diesmal über Fangschleuse, Spreenhagen, Alt Stahnsdorf und Kummersdorf nach Wolzig führte, wo sich die Teilnehmer mit deftiger Gulaschsuppe stärken konnten.

Nach der Rückkehr in Erkner war Jens Jäger ganz begeistert. Es war das erste Mal überhaupt, dass kein Moped ausgefallen ist", sagte er. Bei 330 teilnehmenden Maschinen eine tolle Leistung.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG