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Grünheide lässt alten Bungalow sowie marode Zeltplatzverwaltungsgebäude abtragen

Abrissarbeiter finden Handys und Radios

Abriss hat begonnen: Der Bungalow im Wald Am Kiessee verschwindet. Die entsiegelte Fläche soll Wald werden.
Abriss hat begonnen: Der Bungalow im Wald Am Kiessee verschwindet. Die entsiegelte Fläche soll Wald werden. © Foto: MOZ/Manja Wilde
Manja Wilde / 14.11.2017, 19:59 Uhr
Kagel/Grünheide (MOZ) Ein Hitlerbild an der Eingangstür, Pin-Up-Girls und eine Landkarte von Oder-Spree an der Wand, mehrere Handys und Radios in den kleinen Räumen - so fanden Daniel Pulver und Jango Lehmann das Häuschen im Wald Am Kiessee bei Kagel vor. Die Männer der Firma Kurylyszyn Bau haben von der Gemeinde Grünheide den Auftrag erhalten, die Behausung abzureißen. Es geht um die Entsiegelung von Flächen und damit um Umweltschutz. "Ich musste erst mal mit der Kettensäge die Fenster aufschneiden", sagt Daniel Pulver. Schließlich hätte sich ja noch jemand in dem umgebauten Bauwagen befinden können. Die Wäsche auf der Leine und das ganze Erscheinungsbild hätten darauf schließen lassen. "Ein Obdachloser soll dort mal gelebt haben", sagt Pulver. Und da auf dem nahegelegenen Zeltplatz öfter eingebrochen worden sei und im Innern des Häuschens viele Telefone und Radios lagen, könne man vermuten, dass die Hütte als Diebesnest diente. Zuletzt sei der Bungalow aber gesichert gewesen, um das unbefugte Betreten zu unterbinden.

Bald ist das Häuschen oberhalb des Kiessees Geschichte. Es ist eines von drei Objekten, die abgerissen werden. Die anderen beiden befinden sich am Radweg zwischen Kagel und Grünheide, am Ufer des Möllensees. Es handelt sich um ein Toiletten- und ein Verwaltungsgebäude des Zeltplatzes, den es einst dort gab. Pulver und Lehmann haben begonnen, sie von Müll zu befreien und zu entkernen. Mit dem Abriss werden auch diese Flächen entsiegelt. "Die Grundstücke gehören dem Landesbetrieb Forst", sagt Grünheides Ordnungamtsleiter Nico Bauermeister. Für den Abriss werden Gelder genutzt, die aus Ausgleichszahlungen für Baumaßnehmen stammen. "Dabei handelte es sich vor allem um Baugenehmigungen, die für das Güterverkehrszentrum in Freienbrink erteilt wurden", sagt Bauermeister. Da die Gemeinde möchte, dass diese Einnahmen auf ihrem Territorium ausgegeben werden, habe man sich mit dem Landkreis auf oben genannte Maßnahmen geeinigt. Kosten insgesamt: rund 30 000 Euro. "Es ist eine Win-Win-Situation für alle", sagt Bauermeister.

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