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Tüftler baut in Lieberose Smoker in Form von U32 / Grill soll für Spenden-Veranstaltungen genutzt werden

U-Boot für wohltätige Zwecke

Imposante Erscheinung: Der U-Boot Smoker sieht von außen aus, wie ein Unterwasserfahrzeug, verfügt im Inneren aber über kulinarische Qualitäten: Diese entfalten sich in drei Garkammern, die über ein ausgeklügeltes Rohrsystem beheizt werden.
Imposante Erscheinung: Der U-Boot Smoker sieht von außen aus, wie ein Unterwasserfahrzeug, verfügt im Inneren aber über kulinarische Qualitäten: Diese entfalten sich in drei Garkammern, die über ein ausgeklügeltes Rohrsystem beheizt werden. © Foto: MOZ/Jörg Kühl
Jörg Kühl / 15.11.2017, 07:48 Uhr
Lieberose (MOZ) In einer Lieberoser Werkstatt entsteht derzeit ein 3,70 Meter langes U-Boot, mit dem man grillen kann. Sein Erbauer möchte das Gerät, wenn es fertig ist, für wohltätige Veranstaltungen nutzen. Dafür hat er einige prominente Unterstützer.

Wer die Werkstatt der Lieberoser Firma Fahrzeugbau Beck betritt, meint seinen Augen nicht zu trauen. Auf einem Drehgestell ruht ein stählernes Ungetüm, das an ein Ein-Mann-U-Boot aus dem Zweiten Weltkrieg erinnert. Die Form ähnelt dann doch eher moderneren Varianten, die in Echt freilich 20 Mal größer sind. "Das ist ein Modell von U32", sagt der Mann, der es mit seine Händen erschaffen hat.

Wolfgang Burgard ist 69 Jahre alt und wohnt unter der Woche in einem Wohnwagen in Lieberose, um seinem Hobby nachzugehen: Als gelernter Maschinenschlosser mit Weiterbildung zum Elektro-Mess- Steuer- und Regeltechniker wendet der Renter sein Wissen an, um Klein-Flugzeuge, Anhänger, aufwändige Grills und andere Dinge zu konstruieren und umzusetzen. Dies erledigt er in der Werkstatt seines Freundes Tilman Beck, den er über die Fliegerei kennengelernt hat.

Wolfgang Burgards aktuelles Projekt ist ein Smoker, der in der Form eines U-Boots gestaltet ist: stolze 3,70 Meter Länge wird es haben, wenn das Hecksegment samt Propeller angeschraubt ist. Mit 2,70 Höhe vom Schornsteinrand bis zum Boden überragt es selbst Hünen. Mit solchen hatte es Burgard als junger Mann zu tun, nämlich in seiner Bundeswehrzeit. Diese verbrachte er am U-Boot-Standort Eckernförde. "Meine Kumpels sind ehemalige Kampfschwimmer, wir halten seit 50 Jahren eisern Kontakt". Bei den jährlichen Veteranentreffen hat es sich eingebürgert, dass jeder mal mit einer Überraschung aufwartet. Dieses mal soll es der U-Boot-Smoker sein.

Doch Burgard führt sein Hobby nicht aus, um seine Veteranen-Freunde zu beeindrucken. Ihn treibt vielmehr um, dass es vielen Menschen und Tieren schlecht geht. Burgard, der seit Kindesbeinen Schäferhunde züchtet, engagiert sich im Tierschutz, und er hilft Menschen mit den Fähigkeiten, die er sich zu seiner aktiven Berufszeit angeeignet hat.

In den letzten Jahren vor seinem Ruhestand hatte Burgard seine Freizeit darauf verwendet, mit Jugendlichen, die persönliche Schwierigkeiten hatten, Fluggeräte zu bauen. Die "Young Eagles", die in einer Werkstatt am Flugplatz Schönhagen unter Burgards Anleitung Kiefernlatten zu Flügelholmen, Seiten- und Querrudern formten, schafften es in Presse und Fernsehen. "Ein junges Vereinsmitglied studierte später sogar Luft- und Raumfahrttechnik."

Als engagierter Mensch will Burgard den Smoker, wenn er fertig ist, vorwiegend für wohltätige Zwecke einsetzen. Dabei kann er auf prominente Mitstreiter bauen. "Meine Tochter Daniela Schunk hilft Frank Zander bei der Ausrichtung des Obdachlosen-Festessens im Hotel Estrel". Wenn der Smoker fertig ist, möchte ihn Burgard dem Sänger und Entertainer für Spendenpartys zur Verfügung stellen.

Auch Dieter Hallervorden will Burgard den Grill für wohltätige Zwecke zur Verfügung stellen. Dessen Lebensgefährtin Christiane Zander kennt Burgard durch den Hundesport. Mit Axel Schulz steht ein weiterer Promi auf Burgards Telefonliste. Den Boxer hatte Burgard in einem Sporthotel in Amerika kennengelernt. Nicht zuletzt schwebt dem U-Boot-Bauer vor, mit dem Weddinger Wirt des Kastanienwäldchens Norbert Räder, der auch pateiloser Bezirksabgeordneter ist, bei wohltätigen Zwecken zu kooperieren.

Bald hat Burgard sein Vehikel, fertig. Letzten Donnerstag ging das Ungetüm per Tieflader nach Lübben zum Sandstrahlen. Am Freitag, so hofft Burgard, wird das Ding wieder zurück sein. Dann will er in der Werkstatt seines Freundes in Lieberose im Beisein befreundeter Handwerker aus dem Ort den Ofen das erste mal anheizen. Die Jungfernfahrt sozusagen für das beeindruckende Grillboot. Die offizielle Musterabnahme, um in Marine-Jargon zu bleibe, wird am 5. Dezember in Goyatz im Beisein von Freunden stattfinden. An diesem Tag wird der Erbauer des Grills nämlich 70 Jahre alt.

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