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Zu wenige wollen die Biotonne

Mit Filter im Deckel: Der Behälter ist hochmodern. Doch die Nachfrage stagniert.
Mit Filter im Deckel: Der Behälter ist hochmodern. Doch die Nachfrage stagniert. © Foto: MZV
Brian Kehnscherper / 12.09.2017, 22:24 Uhr
Ostprignitz-Ruppin (MZV) Der Landkreis tut jetzt noch mehr, um die Biotonne beliebter zu machen. Die Leerungsgebühr sinkt kommendes Jahr von 2,29Euro auf 1,57Euro. Das gleiche Entgelt für Restmüll sinkt dagegen nur um fünf Cent im Vergleich zu jetzt.

Die Biotonne gibt es in Städten des Altkreises Neuruppin schon seit den 1990er-Jahren. Aber kreisweit sind sie erst 2015 eingeführt worden. Der Anschluss ist freiwillig. Doch das zieht offenbar nicht. "Wir haben Dörfer, da gibt es nur eine einzige exotische Biotonne", sagte die Chefin der Abfallbehörde, Myga Chrzanowski, dem Wirtschaftsausschuss am Montag. Zum 1.September des Vorjahres hatte der Kreis 2780 Biotonnen verteilt. "Das waren innerhalb eines Jahres 1231 Tonnen mehr als vorher", so Chrzanowski.

Doch der Zuwachs sackte ab. In den zwölf Monaten bis 1.September dieses Jahres wurde die Biotonne nur 185 weitere Male nachgefragt. Haushalte gibt es im Landkreis laut Statistikamt aber mehr als 51000. Im Durchschnitt haben also 16 von 17 Haushalten keine Biotonne.

Dabei ist die Bioabfallentsorgung wichtig geworden: Ein Landesgesetz besagt, dass bis 2020 jeder Kreis 30 Kilogramm Bioabfall pro Einwohner und Jahr zu verwerten hat. Ostprignitz-Ruppin konnte den Wert in den vergangenen drei Jahren von 6,6 auf 7,9 und 2017 voraussichtlich auf 8,5Kilogramm pro Einwohner und Jahr erhöhen. Die Sprünge sind aber viel zu gering, um das Ziel bis 2020 zu erreichen.

Mit der deutlichen Gebührensenkung für die Biotonne erhofft sich der Kreis einen neuen Schub: Denn es wird viel teurer, Bioabfälle weiter in die Restmülltonne zu werfen. Das liegt nicht nur an dem geringeren Leerungspreis. "In der von uns angebotenen Biotonne sackt der Abfall viel besser ein als im Restmüllbehälter", sagt Chrzanowski. "Deshalb muss man sie nicht so häufig rausstellen." Anders gesagt: Wer den Biomüll weiter in der grauen Tonne entsorgt, zahlt künftig drauf.

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