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Reformationsglocke in Mörz empfangen

Bärbel Kraemer / 17.07.2017, 13:15 Uhr
Mörz (MZV) Der Glockenweihe am 30. Juli in der Dorfkirche von Mörz steht nichts mehr im Wege. Der im Juni erfolgte Guss der neuen Kirchenglocke in der Kunst- und Glockengießerei in Lauchhammer ist gelungen. Das Prachtstück ist jetzt abgeholt und wurde am Freitagabend im Dorf gebührend begrüßt.

Jetzt muss dieselbe nur noch in den Turm gehievt, dort mit einem Klöppel vervollkommnet und an einem Holzjoch installiert werden. Im Anschluss an den Festgottesdienst im Rahmen der Glockenweihe kann dann über Turmbesichtigungen auch in die gute Stube der neuen Kirchenglocke geschaut werden.

307 Kilogramm wiegt das Schmuckstück, welches am Freitagabend von Blüten und Grün umkränzt in die Kirche gefahren wurde. Als punkt 18.30 Uhr die Kirchenglocken läuteten, startete Fred Krüger den Traktor des Mörzer Pfarrers Jörg Frenzel, und steuerte der Kirche entgegen. Nach einer Ehrenrunde durch das Dorf ging es schnurstracks in Richtung der Kirchentüre. Gefolgt von Fritz Block jr., der mit einem Radlader die Glocke in den Vorraum der Kirche beförderte.

Dort angekommen, wurde gemeinschaftlich das Glas erhoben. "Der Glockenguss für unsere Kirche ist auf den Punkt genau gelungen", so Pfarrer Jörg Frenzel. Dann erfuhr das Prachtstück ordentlich Bewunderung.

Im Anschluss wurde in der Kirche ein kleiner Film gezeigt, der während des Glockengusses in Lauchhammer gedreht wurde. Für die, die nicht dabei sein konnten und für die, die noch immer vom Erlebten fasziniert sind. Berührt verfolgten die Mörzer die auf der Leinwand dahin ziehenden Bilder. Erinnerungen wurden wach, Emotionen eroberten den Raum.

Finanziert wurde der Glockenguss, die Neuaufhängung der im Turm vorhandenen zwei großen Glocken und damit verbundene Restaurierungsarbeiten am Glockenturm über eine bislang einmalige Spendenaktion im Dorf.

Mit der neuen Glocke, die als Reformationsglocke gegossen wurde, ist das Geläut im Mörzer Kirchturm nach exakt 100 Jahren wieder komplett.

Zur Glockenweihe am 30. Juli ist ein vollständiges Dreiergeläut versprochen. Lediglich die kleinste aus dem 12. Jahrhundert im Turm vorhandene Glocke - sie wird nur als Taufglocke geläutet - wird schweigen. "Danach muss der Gemeindekirchenrat über eine neue Läuteordnung diskutieren", so Frenzel weiter.

Zur Glockenzier hat die Gemeinde eine Lutherrose und die Inschriften "Eine feste Burg ist unser Gott" und "Mörz 2017" gewählt.

Mit dem Glockenguss für die Mörzer Kirche wurde zugleich die letzte Glocke der die Dörfer Dahnsdorf, Neschholz, Baitz, Kranepuhl, Lüsse, Ziezow, Locktow und Mörz umfassenden Kirchengemeinde Planetal - die für Kriegszwecke im Ersten und Zweiten Weltkrieg abgegeben werden mussten - ersetzt. Hat die Reformationsglocke ihren Platz im Mörzer Kirchturm erhalten, sind alle Glockenstühle in der Kirchengemeinde damit wieder gefüllt. Geladen wird am 30. Juli um 14.30 Uhr zur Glockenweihe in Mörz.

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