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Oliver Schwers 19.05.2017 08:00 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

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Junge Familien sind Verlierer beim Wohneigentum

Angermünde/Schwedt (MOZ) Junge Familien der Uckermark sind die Verlierer beim Wohneigentum. Obwohl Bauland günstig ist und Zinsen niedrig bleiben, können sich ausgerechnet 25- bis 40-Jährige kaum eigene Häuser leisten. Die Tendenz ist sogar rückläufig.

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Bei den Jobstartern und Familiengründern sank die Wohneigentumsquote in den vergangenen zwölf Jahren in der Uckermark um 15 Prozent.

© Wilfried Bergholz

Eigentlich kaum zu glauben: Gerade auf dem flachen dünnbesiedelten Land und bei äußerst niedrigen Immobilienpreisen müssten die meisten Menschen normalerweise ein eigenes Haus besitzen. Doch diese Logik geht in der Uckermark nicht auf. Stattdessen liegt die Wohneigentumsquote bei 40 Prozent deutlich unter dem im Europavergleich ohnehin schon schlechten deutschen Durchschnitt. In Schwedt beträgt sie gar nur 24 Prozent, in Prenzlau höchstens noch 17 Prozent.

Diese Zahlen hat eine aktuelle Studie des Pestel-Instituts veröffentlicht. Demnach existieren im Landkreis nur 24 500 Wohnungen, die von ihren Eigentümern selbst genutzt werden. Alle anderen Menschen müssen Miete zahlen.

Das trifft neuerdings gerade die jungen Familien. Als "Verlierer-Generation" bezeichnet das Pestel-Institut die Altersgruppe der 25- bis 40-Jährigen. Dabei handelt es sich immerhin um fast 19 000 Menschen. Allein in Schwedt leben 4500 Frauen und Männer dieses Alters. In den vergangenen zwölf Jahren ist die Eigentumsquote bei ihnen um 15 Prozent gesunken. "Dabei gehören gerade die Jobstarter und Familiengründer eigentlich zur typischen Klientel für Wohnungskauf und Hausbau", sagt Institutsleiter Matthias Günther.

Wo liegen die Gründe? Nach Ansicht der Statistiker könnte es an unsicheren beruflichen Perspektiven liegen und folglich schwierigen finanziellen Verhältnissen. Selbst bei minimalen Zinskonditionen bekommen Menschen mit Zeitverträgen meist schlechter einen Kredit von ihrer Bank. Als einen der Hauptgründe sieht das Institut jedoch die Abschaffung der Eigenheimzulage vor elf Jahren. Die Wohnförderung hatte gerade den Neubau unterstützt.

Erschwerend hinzu kommt der Mangel an Eigenheimbauflächen im Landkreis. Zwar weisen die Städte immer wieder neue Gebiete aus, doch kostet der Quadratmeter erschlossenes Bauland auch seinen Preis. Durchschnittlich liegt er bei 38 Euro in der gesamten Uckermark. Allerdings werden in Schwedt und Templin bis zu 75 Euro gezahlt. Diese Daten hat der Gutachterausschuss für Grundstückswerte des Landkreises gerade veröffentlicht. Die Folge: Elf Bodenrichtwerte haben angezogen.

Ein genereller Wandel zu steigenden Baulandpreisen ist aber dennoch nicht zu erkennen. Denn in den Dörfern sind teils schön gelegene unbebaute Flächen weiterhin zum Schnäppchenpreis von vier bis zehn Euro zu haben. Doch die sind bei jungen Familien offenbar weiterhin nicht so begehrt wie neu ausgewiesene Standorte in den Städten.

Das Pestel-Institut warnt vor einem weiteren Rückgang der Wohneigentumsquote. Sie sei ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge. "Und die kommt bei vielen jetzt zu kurz", so Matthias Günther. "Immerhin ist die eigene Wohnung die einzige Alterssicherung, die - unabhängig von jeder Schwankung bei der Rentenhöhe - im Alter verlässlich genutzt werden kann."

Die Initiative "Wohn-Perspektive Eigentum" - ein Zusammenschluss mehrerer Verbände - appelliert daher an die Bundestagskandidaten, sich für die Wohneigentumsförderung stark zu machen. Ebenso müsse mit langfristiger Zinsgarantie und einer bundesweit einheitlichen möglichst niedrigen Grunderwerbssteuer ein neuer Anreiz geschaffen werden.

Alternativ stehen in der Uckermark auch viele bebaute und meist größere Grundstücke leer, die auf Käufer hoffen. Doch die sanierungsbedürftigen Häuser bekommen ebenfalls kaum Chancen auf eine staatliche Förderung. Somit profitieren vor allem die Vermieter von Wohnungen von der Situation. Doch das sind eben nicht die jungen Familien, die hier sesshaft werden wollen.

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