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Baustellenmanagement wurde aufgegeben

Das Scheitern der Sperrkommission

Da war das Nadelöhr dicht: Die Sperrung in Greiffenberg sorgt für erheblichen Unmut bei Autofahrern.
Da war das Nadelöhr dicht: Die Sperrung in Greiffenberg sorgt für erheblichen Unmut bei Autofahrern. © Foto: MOZ/Oliver Schwers
Oliver Schwers / 15.11.2017, 06:30 Uhr
Greiffenberg/Ziethen (MOZ) Als "völlig unzureichend" und "nicht abgestimmt" hat Uckermark-Landrat Dietmar Schulze die derzeitigen Straßensperrungen im Landkreis bezeichnet. Beim Regionalentwicklungsausschuss des Kreistages zeigte er sein Befremden über das entstandene Umleitungschaos.

So sei gerade die heftig kritisierte Vollsperrung in der Ortsdurchfahrt Greiffenberg erst kurzfristig vom Landesbetrieb Straßenwesen gemeldet worden. Doch gerade diese Verbindung zwischen der B 198 und der Autobahn 11, Anschlussstelle Pfingstberg, werde momentan von vielen Autofahrern als Ausweichmöglichkeit genutzt. Außerdem müsste auch der gesamte Verkehr zwischen Ost- und Westuckermark hier hindurch.

"Was mir nicht gefällt, ist die Kurzfristigkeit und die Nichtabgestimmtheit", so Schulze. Ähnlich äußerten sich weitere Kreistagsabgeordnete im Regionalentwicklungsausschuss.

Dabei ist das Thema nicht neu. Schon in den 1990er-Jahren hatte es bei großen und langwierigen Straßenbauprojekten immer wieder heftigen Ärger gegeben, weil nach den Sperrungen auch noch Bauprojekte in den Umleitungsstrecken eröffnet wurden. Aus diesem Grund bildete der Kreis eine sogenannte Sperrkommission, an der sich alle Eigentümer von Straßen beteiligten. Durch eine rechtzeitige Koordinierung wollte man damals schon Verärgerungen der Autofahrer vermeiden.

"Bewirkt haben wir gar nichts", so das späte Fazit von Reinhold Klaus, Kreisbaudezernent a. D. und heutiger CDU-Kreistagsabgeordneter. "Es wurde immer gebaut, aber nicht so wie vorausgesagt. Wir haben erst lange gesessen und diskutiert und zwei Tage später kam das große Erwachen und wir haben die Pläne über den Jordan geschickt." Ursache von nicht abgestimmten Bauvorhaben seien meist Finanzentscheidungen in Behörden gewesen. Erst habe es an Geld gefehlt und wenn die Mittel da seien, müsse schnell gebaut werden. Daher habe man die Kommission irgendwann einfach ganz aufgegeben. Eine Neuauflage würde vor den gleichen Problemen stehen.

Landrat Schulze lässt derzeit in der Verwaltung prüfen, wo die Hintergründe für das Scheitern lagen und ob eine neue Sperrkommission einen Sinn ergibt.

Die Baustelle in Greiffenberg soll noch bis zum 17. November dauern.

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Norbert Dähn 19.11.2017 - 18:31:40

Umleitung in Stolpe gescheitert oder Nachlässigkeit?

Da wird mal kurz beschlossen eine Brücke in Stolpe zu erneuern ohne richtig nachzudenken? Die nachlässige miserabel sichtbare Umleitungsausschilderung führte nun dazu , das 90 % der Autos einfach mal kurz über den Privatweg Stolpe Mühle , privat bezahlt, düsen. Trotz Intervention durch Vertreter des Vorstandes beim zuständigen Amt, änderte sich nichts daran. Dieser Weg ist lt. Straßenschilder !!! nur für Vereinsmitglieder frei. Angesprochene Verkehrssünder dazu : " wo sollen wir denn sonnst lang fahren?" Ist der Weg dann kaputt gefahren bezahlen die Rentner die Rechnung, nicht die Stadt Angermünde

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