Ihre Gedichte sind biographisches Zeugnis einer Frau, die 1932 in Stettin geboren wurde, deren unbeschwerte Kindheit jäh mit dem Krieg und dem Verlust des Vaters beendet wurde, berührend beschrieben in den Versen „Kinderfest 1939“. Beim Verarbeiten der Vergangenheit wird ihr die Literatur ein unentbehrlicher Gefährte, so scheint es naheliegend, dass sich die junge Frau zur Lehrerin für Deutsch und Kunsterziehung ausbilden lässt. Eines der wenigen selbst verfassten Werke, die aus dieser Zeit erhalten geblieben sind, ist die Beschreibung ihres Lieblingsweges zwischen Wiek und Eldena, entstanden während des Studiums in Greifswald. Bald begleitet sie auf diesem Weg der Mann, den die zierliche Frau noch heute liebevoll ihren Ehemann nennen darf.
Es folgen der „Beginn eines randvoll gefüllten Lebens“, die Jahre der Familiengründung, der Doppelbelastung in Beruf und Familie, die Momente der Stille selten machen. Elisabeth sucht sich die kleinen Fluchten bewusst und findet sie im Alltag. Den Zwiespalt, den sie wie jede Frau zwischen den zahlreichen Verpflichtungen fühlt, überwindet sie mit dem Schreiben: „Ich will mich ganz, denn Scherben klingen nicht“.
Die ehemalige Leiterin von Schreibzirkeln fängt die Poesie der leisen Momente ein, das Atmen ihrer schlafenden Kinder, Schneegestöber vor dem Fenster, und macht sie ihrem Zuhörer erfahrbar. Ihre Beschreibungen der Natur beim Novemberspaziergang mit Freundinnen, die Schönheit einer Seerose, der Wolken als Sinnbild der Veränderung, des Schilfes im Februar oder der Wildgänse im Herbst, klingen wie in Worte gefasste Musik, ohne Schnörkel, ohne Pathos. Ihre liebevolle Dokumentation des Lebens auf dem Dorf verführt zum Schmunzeln und macht nachdenklich.