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Weckruf für junge Autoren

Angermünde (cs) Jugend und Literatur - das geht nicht zusammen? Doch, sagen die Mitglieder der Uckermärkischen Literaturgesellschaft. Sie hoffen auf junges Publikum durch Autoren im gleichen Alter.

  Musikalische Lesung in der Braue Karl-Heinz Wollenzin © MOZ/Oliver Voigt

"Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, ...", dieses Sprichwort hat sich Marlies Markgraf-Beise zum Vorbild genommen. Heißt: Kommen die Jugendlichen nicht zu ihnen, gehen die Vorsitzende der Literaturgesellschaft und ihre Autorenkollegen eben dahin, wo junge Leute sind. Zum Beispiel ins Jugend- und Kulturzentrum "Brauerei" in Angermünde. Unter dem Titel "Eine schöne Bescherung" lasen die Autoren am Freitagabend aus ihren Texten.

Heiter, besinnlich, nachdenklich und zum Teil ironisch und sehr lustig ging es zu. Horst Wolf brachte seine Großvatergeschichten zu Ohr, von Gertrud Mittelstädt und Marianne Beise waren Gedichte zu hören. Viel Applaus, Gelächter und Aufmerksamkeit von den Gästen bekam aber vor allem Karl-Heinz Wollenzin, der, gar nicht weihnachtlich, unter anderem die Tücken des Internets aufs Korn nahm.

"Das hat mir besonders gefallen", urteilte Lisa Stütten. Die 15-jährige Landinerin hat mit Literatur, abgesehen vom Schulunterricht, nicht viel am Hut. Sie begleitete ihren Freund Philipp Maasch, der gemeinsam mit Michael Rau sowie Annika Kayser am Keyboard für die Musik sorgte. Und doch, dass Literatur auch unterhaltsam sein kann, sei interessant. Ganz überrascht ist auch Kerstin Brockhaus. Auch sie hat der Zufall in die "Braue" getrieben. "Ich schreibe selbst, habe aber von der Literaturgesellschaft noch nie etwas gehört", erzählt die Abiturientin aus Willmine. Sich von anderen Autoren Tipps für die eigenen Texte holen und seinen Stil finden, das findet sie "ein echt attraktives Angebot".

Genau an diese jungen Leute will Marlies Markgraf-Beise näher heranrücken. "In ihnen steckt viel Potenzial. Das haben sie bereits auf den Poetry-Slams bewiesen", lobt sie die unterschätzte Literatur-Jugend. Gleichzeitig will sie für ihre Gesellschaft werben, zeigen, dass es bei den 40 Vereinsmitgliedern nicht immer ernst und trocken zugeht und dass die Generationen voneinander lernen können. Im nächsten Frühjahr soll es einen Workshop für junge Songschreiber geben.

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