Hennigsdorf (MZV) Mit einem vielseitigen Programm und einer sympathischen Art, kleine technische Defekte zu überspielen, präsentierten die Schüler vom Hennigsdorfer Oberstufenzentrum (OSZ) am Mittwochabend ihre erste Weihnachtsrevue.
Das Programmblatt kündigte eine „etwas andere Weihnachtsfeier“ an. Damit hatten die Beteiligten ins Schwarze getroffen. Die Schüler griffen nicht aufs zwischen „Stille Nacht heilige Nacht“ und „O du fröhliche ...“ angesiedelte weihnachtliche Standardprogramm zurück, sondern präsentierten eher poppig angehauchte Weihnachtssongs und brachten kleine, teils selbst geschriebene Theaterstücke auf die Bühne.
„Kein Wunder, ist ja auch ein bisschen knapp, wenn Du erst seit Montag geübt hast“, fertigte eine Mutter ihre von Lampenfieber befallene Tochter ab. „Wenn es falsch ist, einfach durchziehen“, gab sie dann doch noch einen Rat. Der aber war gar nicht nötig. Die Popballade, die Nina Menne gemeinsam mit Huy Pham Quang an der Gitarre und Birgit Degner an der Geige, präsentierte, gehörte ganz sicher zu den schönsten Beiträgen des Abends.
Auch die gemeinsam auftretenden Musikkurse der Gymnasialstufe punkteten beim Publikum und ließen manchen leise mitsingen. Zwar waren bei „Winter Wonderland“ die Stimmen anfangs so zart und leise, dass man geneigt war zu denken, die Sänger wagen vor lauter Staunen übers Winterwunderland nicht, laut einzustimmen. Doch mit jeder folgenden Note schien die Kraft zu wachsen. „Merry Christmas“ kam dann schon wesentlich peppiger über die Lippen.
Ein Kontrast zu den Weihnachtsliedern stellten die von Marina Barthel am Klavier und Mélineé Benamou mit ihrem Akkordeon interpretierten Songs aus dem Kultfilm „Die fabelhafte Welt der Amélie“ dar. Wie die Finger da sanft und gekonnt über die Tasten huschten, fühlte sich der Zuhörer gleich mit hineingezogenen in diese so märchenhafte und doch einem unerklärlich nahe Welt dieser Amélie, der ganz eigentümliche Dinge in ihrem Pariser Alltag auffallen.
Märchenhaft ging es auch im selbst geschriebenen Theaterstück „In den sieben Märchen“ zu – allerdings ganz anders, als es die Gebrüder Grimm jemals erzählt haben. Wenn sich die böse Stiefmutter nach der Schönsten im ganzen Land erkundigt, dann antwortet der Spiegel des 21. Jahrhunderts: „Ey, Du ja wohl nicht! Schneewittchen ist tausendmal geiler als Du.“ Im OSZ-Märchenreigen stößt die Hexe Gretel erfolgreich in den Ofen, rülpst der Wolf nach dem Rotkäppchen-Mahl und schleppen gleich zwei Rumpelstilzchen ein gekauftes Kind nach Hause. Dass „die Moral von der Geschicht’ nur die Bösen sterben nicht“ lautet, ist da nur folgerichtig.
Mit einem „Happy Christmas“ verabschiedeten die OSZ-Künstler ihr Publikum. Hoffentlich nur bis zum Advent 2012!
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