Neu Zittau (MOZ) Zu allererst sind sie Leseratten. Aber sie haben auch noch ganz andere Qualitäten: Sie können nähen und bauen geschickt Möbel auf. Sie, das sind zehn Schüler der Neu Zittauer Grundschule An der Spree, die sich mit Feuereifer ihre eigene Schulbibliothek aufbauen.
Leseratten in Aktion: Lehrerin Ariane Breternitz baut mit Sherly Schulz (11), Amalie Bathels, Salome Kunert, Hetwig Bathels (alle 12), Ida Kühnel (10, von links) und Johanna Rath (7, vorn) in der Neu Zittauer Schule an der Spree eine Bibliothek auf.
Angefangen hat alles mit einer neuen Lehrerin: Ariane Breternitz. Nach ihrem Referendariat in Berlin fing sie im vergangenen Februar an der Neu Zittauer Grundschule an, hat seit diesem Schuljahr eine eigene Klasse, die 1c, unterrichtet zudem Biologie, Geschichte und Lebenskunde/ Ethik/Religion. Die Idee einer Schulbibliothek hat sie mit gebracht. Denn an ihrer Referendariats-Schule gab es eine solche, und Ariane Breternitz hatte mit dem Angebot gute Erfahrungen gemacht.
In Neu Zittau rannte sie mit dem Vorschlag offenen Türen ein. Um Mitstreiter für die gleich im Frühjahr gegründete Arbeitsgemeinschaft (AG) musste sie nicht lange werben. Erst zogen damalige Viert- und Fünftklässler mit, nach den Sommerferien kamen derzeitige Zweit- und Viertklässler hinzu. Aktuell sind zehn Schüler alle 14 Tage dienstags mit Feuereifer dabei. „Nur alle zwei Wochen ist doof“, sind sich Johanna Rath (7) und Sherly Schulz (11) einig. Und so bitten sie auch zwischendurch ihre Lehrerin um den Raumschlüssel, damit sie voran kommen.
Den Grundstock für die eigene Bücherei hatten zwei Kartons mit Lektüre gelegt. Inzwischen stehen - so ist es an der Tafel als aktueller Stand vermerkt - 831 Medien in den Regalen. Neben Büchern gibt es auch Spiele und Videos, wie es sich für eine richtige Bibliothek gehört. Ebenso verhält es sich mit ihrer Erfassung. Um nicht vom Computer abhängig zu sein, haben die Kinder die klassische Methode gewählt. „Wir kleben in die Bücher Papierecken, in die Karteikarten gesteckt werden. Die nehmen wir beim Verleih dann raus“, erklärt Hetwig Bathels (12) das System, das sich die Kinder selbst ausgedacht haben.
Bis zur Eröffnung im Februar gibt es noch allerhand zu tun. Damit es die künftigen Nutzer bequem haben, steht ein großes Ecksofa im Raum. Zudem fallen riesige Sitzsäcke auf. „Die haben die Mädchen selber genäht“, erzählt Ariane Breternitz stolz. Und auch die Regale haben die Kinder aufgebaut. „Wir haben drei Gruppen - eine fürs Nähen, eine für den Möbel-Aufbau und eine fürs Archivieren.“
Dass die Kinder so weit sind, haben sie auch Spendern zu verdanken. Hier reiht sich neben dem Schulförder- zum Beispiel der Heimatverein ein. Zudem gibt es im Foyer einen Kasten mit dem Hinweis: „Deine Flasche wird zum Buch“ - dank des so gesammelten Pfandes. Im Sekretariat steht zudem ein Sparschwein, und die Schule hat sich bei „www.bildungsspender.de“ listen lassen. „Wer im Netz ein Buch kauft und über die Seite geht, macht zwar einen Umweg, aber wir bekommen später Geld.“
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Neueste Kommentare
24.05.2012 14:23:07 FF Leser
Das soll nun der große "Wurf" im Nahmensfindungsprozess sein?
24.05.2012 14:07:29 Dagmar Rietz
Demokratie wagen
24.05.2012 13:53:56 Courage
Wir nehmen aber auch ALLES !
24.05.2012 13:52:45 Bürger dieser Stadt
zum Thema
24.05.2012 13:44:50 KF
Schlimm