Donnerstag, 24. April 2014



Roland Becker 08.01.2012 19:50 Uhr - Aktualisiert 09.01.2012 07:51 Uhr
Red. Oranienburg, lokales@oranienburger-generalanzeiger.de

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Rundgang durch die Geschichte

Vehlefanz (MZV) „Ich bin auf Sendung“, schallt es aus den Lautsprechern im alten Speicher: Der Ehrenvorsitzende des Vehlefanzer Heimatvereins, Helmut Schönberg, ist an diesem regnerischen Morgen mit seinem Headset technisch bestens ausgerüstet. In dem Lagerhaus, das inzwischen als Unterstand für ein paar Wohnmobile dient, haben sich rund 50 Interessierte eingefunden, die mehr über die Geschichte des Areals erfahren wollen.

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Weiß viel: Helmut Schönberg (vorn rechts) plauderte aus der Geschichte des traditionsreichen Hofes.  

Weiß viel: Helmut Schönberg (vorn rechts) plauderte aus der Geschichte des traditionsreichen Hofes.

© Hoke

Schönberg marschiert in seinem mit vielen Zahlen und Fakten gespickten Vortrag zügig durch die Jahrhunderte und illustriert, wie sich der 1776 als königliches Vorwerk gegründete Koppehof zum Remonte-Depot für die militärische Pferdezucht und Ausbildung entwickelte. Ab 1923 erlangte das Areal Bedeutung als agrarwissenschaftliches Versuchs- und Forschungsgut für den Anbau von Feldfrüchten und erhielt seinen Namen in Erinnerung an den Landwirt Johann Gottlieb Koppe aus der Niederlausitz. „Er hat die Landwirtschaft im 19. Jahrhundert reformiert“, betont Schönberg und erzählt, wie der Sohn eines Kleinbauern es erst zum Gutsverwalter, dann zum Lehrer für Ackerbau und Viehzucht an der Agrarwissenschaftlichen Anstalt von Albrecht Daniel Thaer in Möglin, und schließlich zum Mitglied des Preußischen Landtages brachte. „Er war selbst nie hier, aber seine fortschrittlichen Erfindungen, Methoden und Technologien zur Rationalisierung der Landwirtschaft wurden in Vehlefanz eingesetzt“, berichtet Schönberg.

Der Ehrenvorsitzende zeigt den Besuchern, wo früher die Kuh- und Schafställe standen, wo das Futter lagerte und die Pferde gezüchtet wurden. Zum Gut gehörten auch eine „zu der Zeit europaweit einmalige Getreidetrocknungsanlage“ sowie die Molkerei, die mit ihrer Milch Geschäfte in Berlin belieferte. Die alten Anlagen sind nur noch zum Teil erhalten.

Immerhin steht der hölzerne Speicher unter Denkmalschutz, was Vereinschefin Helga Müller-Schwartz besonders freut: „Wir machen unseren Neujahrsempfang schon seit Jahren traditionell an markanten historischen Orten.“ Über den Koppehof sei nicht viel bekannt, „man findet ihn nicht einmal auf unserer Vereins-Webseite, dabei strahlt er doch so viel Geschichte aus“. Wie bedeutend das Gut für Vehlefanz ist, bestätigt das Wappen, in dem ein Hufeisen das Remontedepot symbolisiert.

Nach der rund einstündigen Führung ging es dann im Nieselregen über den Schäferweg zum Haus der Generationen, wo sich die Gäste bei Erbsensuppe, Glühwein und Apfelpunsch wieder aufwärmen konnten. 2012 ist ein besonders Jahr für den Heimatverein, feiern die rund hundert Mitglieder und Freunde im Oktober doch sein 20-jähriges Jubiläum. Dass so wenig junge Leute darunter sind, bedauert Müller-Schwartz: „Wir haben Mühe, Kinder und Jugendliche für unseren Verein zu interessieren. Aber Klönkaffee-Nachmittage und Vorträge sind eben eher etwas für Ältere.“ Nächste Höhepunkte sind der Faschingsball am 11. Februar und die Saisoneröffnung der Vehlefanzer Mühle am 31. März, wo die Vereinsmitglieder in historischen Kostümen auftreten.

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