Beeskow (MOZ) Die Zeiten der großen Umbrüche in der Schullandschaft des Landkreises Oder-Spree sind vorbei. Der Schulentwicklungsplan bis zum Jahr 2017 sieht vor, dass lediglich eine Bildungseinrichtung geschlossen werden soll: die "Käte-Agerth-Förderschule" in Beeskow.
Geht es nach Bildungspolitikern, dann wird es in einigen Jahren Förderschulen nicht mehr geben. Statt in einer gesonderten Bildungseinrichtung sollen Kinder mit Lern- oder Sprachstörungen sowie verhaltensauffällige Kinder durch zusätzliche Pädagogen und neue Lernmethoden in Regelschulen eingegliedert werden. Der pädagogische Fachbegriff dafür lautet Inklusion. Dieses Vorhaben der Landesregierung, die sich dabei wiederum auf EU-Richtlinien bezieht, spielt auch im Entwurf des neuen Schulentwicklungsplanes eine Rolle, der den Zeitraum bis in das Jahr 2017 beleuchtet. Bis dahin dürfte sich noch nichts Wesentliches geändert haben, trotzdem soll in diesem Zeitraum eine Förderschule, nämlich die in Beeskow, nach den Vorstellungen des Landkreises schließen. Im kreislichen Bildungsausschuss führte dies am Dienstag zu einer lebhaften Diskussion.
Monika Kunth, Leiterin des Amtes für Bildung, Kultur und Sport, verteidigte die Schließung damit, dass das Schulgebäude hohen Sanierungsbedarf habe. "Wir haben große Probleme mit der Bausubstanz." Sie befürchtet, dass die Bauaufsicht bald sagen könnte, dass ein Schulbetrieb nicht mehr möglich sei. Sie sprach sich damit auch gegen einen Vorschlag von Ralf Umbreit (SPD) aus, der anregte, die Förderschule solange weiter zu betreiben, bis es eine Entscheidung zur Inklusion gebe. "Es ist nicht möglich, den Schulbetrieb solange aufrechtzuerhalten", begründete Monika Kunth den Vorschlag der Kreisverwaltung.
Umbreit verwies darauf, dass Gespräche mit der Stadt Beeskow stattfanden. "Es muss doch eine Lösung geben." Schulleiterin Gabriele Gliese bestätigte, dass der Landkreis in den letzten zehn Jahren wenig Geld in das Gebäude investiert habe. "Ich sehe selbst, dass die Substanz marode ist." Allerdings machte sie auf die Konsequenzen für die Kinder aufmerksam. "Ich finde es nicht gut, dass die Kinder dann nach Eisenhüttenstadt oder Fürstenwalde fahren müssen." Gerade für Förderschüler sei das eine große Belastung. "Wir sparen wieder an den Schwächsten."
Der Schulentwicklungsplan prognostiziert bis 2017 die Schülerzahl an den 72 Bildungseinrichtungen im Landkreis (davon befinden sich 22 in freier Trägerschaft) und macht auf mögliche Konsequenzen - zum Beispiel die Frage, wie viele Klassen in einer Jahrgangsstufe eingerichtet werden müssen - aufmerksam. Am Rouanet-Gymnasium in Beeskow geht das Papier davon aus, dass es auch in Zukunft 90 bis 100 Anmeldungen für die 7. Jahrgangsstufe geben wird, damit vier Klassen eingerichtet werden sollen. In Storkow sieht der Plan dringend Handlungsbedarf bei der Sporthalle.
Während in den vergangenen Jahren die Schülerzahl im Landkreis gravierend zurückgegangen ist, wird nun davon ausgegangen, dass sich die Schülerzahl stabilisiert.
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Neueste Kommentare
24.05.2012 15:03:35 Watchdog
NaJa.....
24.05.2012 14:23:07 FF Leser
Das soll nun der große "Wurf" im Nahmensfindungsprozess sein?
24.05.2012 14:07:29 Dagmar Rietz
Demokratie wagen
24.05.2012 13:53:56 Courage
Wir nehmen aber auch ALLES !
24.05.2012 13:52:45 Bürger dieser Stadt
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