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Ruth Buder 10.02.2012 08:02 Uhr
Red. Beeskow, beeskow-red@moz.de

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Viele Fragen zur Mobilität im Alter

Beeskow (MOZ) Im Landkreis Oder-Spree hat eine Befragung von Menschen über 55 Jahre zur Mobilität begonnen. Mitglieder der Seniorenbeiräte sind mit Fragebögen unterwegs, deren Ergebnisse das "Zentrum für Alterskultur" der Universität Bonn auswertet.

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  Möglichst lange gut laufen und mobil bleiben können: Eva (73) und Herbert Pelz (77) gehen täglich einige Kilometer spazieren. Im glatten Schnee fühlten sie sich gestern mit den Nordic-Walking-Stöcken sicherer. © MOZ/Jörn Tornow

Auch bei Schneetreiben mit dem Auto von Eisenhüttenstadt nach Beeskow zu fahren, ist für Detlef Kirchhoff kein Problem. Der 70-jährige Vorsitzende des Kreis-Seniorenbeirates saß gestern Vormittag pünktlich zur Pressekonferenz beim Kreis am Tisch. Nicht alle Menschen seines Alters sind noch so agil und mobil wie er, und Detlef Kirchhoff hofft, dass er noch lange selbst Auto fahren kann.

Der Erhalt der Mobilität von älteren Menschen, die in den nächsten Jahren zahlenmäßig stark zunehmen werden, ist zu einer gesellschaftlichen Herausforderung geworden. Mit dem Projekt "Aktiv und mobil - für ein selbstbestimmtes Leben im Alter", an dem sich der Landkreis Oder-Spree gemeinsam mit dem Kreis-Seniorenbeirat beteiligen darf, soll Gewohnheiten herausfinden, Bedürfnisse ermitteln und Anforderungen formulieren.

Jeder der 17 Seniorenbeiräte im Kreis hat 30 Fragebögen abzuarbeiten, eine "überschaubare Größe", findet Detlef Kirchhoff. Eisenhüttenstadt und das Amt Schlaubetal seien bereits fertig, die anderen werden bis 15. Februar die ausgefüllten Bögen - insgesamt 500 - an den Kreis zurück geben. Der wurde von der Landesregierung neben der Uckermark für das Projekt auserkoren.

In den Interviews wird vieles zur derzeitigen Mobilität gefragt, ob man einen Führerschein besitzt, wie oft welche Fortbewegungsmittel benutzt werden, wie weit es von der Wohnung zur Haltestelle oder bis zum Bahnhof ist, mit welchem Verkehrsmittel Lebensmittel eingekauft, der Arzt oder kulturelle oder sportliche Veranstaltungen besucht werden. Es gibt aber auch sehr persönliche Fragen: Ob man allein lebt, wie weit entfernt die Kinder wohnen oder wie hoch das Einkommen ist.

Die Interviewer wollen auch wissen, ob das Internet für private Zwecke genutzt wird. Für Kreis-Sozialdezernentin Ilona Weser und Detlef Kirchhoff ist klar, dass das Internet künftig eine wichtige Rolle bei der Teilhabe am Leben spielen wird - selbst für die Bildung von Fahrgemeinschaften oder den Kontakt zum Arzt.

Die Ergebnisse der Befragung sollen die Grundlage bilden für Experten-Workshops, die Erarbeitung von Leitlinien und schließlich ein Mobilitätsmodell, das in der brandenburgischen Praxis erprobt werden soll.

Nicht alles könne nur darauf hinauslaufen, den öffentlichen Personennahverkehr zu entwickeln, glaubt Detlef Kirchhoff. "Der ÖPNV ist nun mal starr, weil er an Zeiten und Haltestellen gebunden ist, wir brauchen flexiblere Systeme wie Fahrgemeinschaften und Rufbusse."

Der Vorsitzende des Seniorenbeirates appelliert auch an die Eigenverantwortung beim Erhalt der Mobilität: "Man kann nicht immer auf den Staat warten, muss rechtzeitig selbst auf seine Lebenssituationen reagieren, altersgerecht die Wohnung einrichten, umziehen oder Netzwerke schaffen", rät er. Als Eisenhüttenstädter ist ihm nicht bange, Arzt und Geschäfte kann er zu Fuß erreichen, nur die Wohnung in der zweiten Etage müsste wegen der Treppen wohl noch mal gewechselt werden.

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