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Initiative übergibt Unterschriften

Eberswalde (moz) Vor der heutigen Stadtverordnetenversammlung gehen die Befürworter einer Amadeu-Antonio-Straße in Eberswalde noch einmal in die Offensive. Ihr Ziel ist es, im Stadtparlament eine Mehrheit für die Umbenennung zu erreichen. Im Ausschuss für Kultur, Soziales und Integration waren sie mit diesem Ansinnen Mitte des Monats knapp gescheitert.

Für eine Amadeu-Antonio-Straße treten die Kampagne "Light me Amadeu", die von in der evangelischen Kirchengemeinde aktiven Jugendlichen gegründet wurde, und die Eberswalder Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen ein.

Die Umbenennung eines Teilstücks der Eberswalder Straße soll an den rassistisch motivierten Mord an Amadeu Antonio erinnern, der die Barnimer Kreisstadt vor beinahe 22 Jahren bundesweit in die Negativ-Schlagzeilen gebracht hat. Zugleich aber soll mit der Initiative gezeigt werden, dass sich Eberswalde in den Jahren danach gewandelt hat und durch eigene Kraft weltoffener und toleranter geworden ist.

In der Nacht zum 25. November 1990 war der aus Angola stammende, damals 28 Jahre alte Vertragsarbeiter Amadeu Antonio unweit der inzwischen längst abgerissenen Gaststätte "Hüttengasthof" von einer Horde Neonazis so hart zusammengeschlagen worden, dass er am 6. Dezember seinen schweren Verletzungen erlag. Der Tatort lag zwischen Heegermühler Straße und Kopernikusring - an dem Abschnitt, für dessen Umbenennung Bündnis 90/Die Grünen und die Kampagne "Light me Amadeu" eintreten.

Im Ausschuss für Kultur, Soziales und Integration waren gegen eine Amadeu-Antonio-Straße die unterschiedlichsten Einwände vorgetragen worden: Die Anwohner seien wohl nicht dafür. Der Ort erscheine ungeeignet. Das Gedenken an mehrere Opfergruppen könne anderswo wirksamer gebündelt werden. Erst solle die Stadt ein Gedenkkonzept erarbeiten. Gerade Ältere hätten Schwierigkeiten, sich an neue Straßennamen zu gewöhnen.

Der Appell von Karen Oehler, der Vorsitzenden der Bündnis 90/Die Grünen im Stadtparlament, an ihre Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Fraktionen ist an Deutlichkeit kaum zu überbieten. "Lassen Sie sich nicht von kleinkrämerischen Bedenken leiten, sondern unterstützen Sie diese Initiative von unten", fordert sie.

Für die Kampagne "Light me Amadeu" bemüht sich deren Sprecher Dieter Gadischke, Jugendwart des Kirchenkreises Barnim, die Argumente der Kritiker sachlich zu widerlegen. Eine Straßenumbenennung würde nach dem Weg zu einem Gedenkkonzept nicht entgegenstehen, sondern sogar eher fördern. Die Straße sei besonders geeignet, weil sie der Tatort war. Gedenken lasse sich selten bündeln. "Und die Anwohner sind hauptsächlich Firmen, die einen neuen Straßennamen durchaus verkraften könnten", urteilt Dieter Gadischke.

Den Stadtverordneten wird heute ab 18 Uhr im Kreishaus eine Liste mit fast 1000 Unterschriften übergeben. Das Ziel der Befürworter bleibt es, am 12. August, dem 50. Geburtstag von Amadeu Antonio, das neue Straßenschild zu enthüllen.

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