Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Kostenexplosion an der Borsighalle

Sven Klamann / 25.06.2017, 06:50 Uhr
Eberswalde (MOZ) Die Erd-, Abbruch- und Entsorgungsarbeiten an der unter Denkmalschutz stehenden Borsighalle verteuern sich um knapp 105 000 Euro auf mehr als 400 000 Euro. Die Mitglieder des Eberswalder Hauptausschusses haben die Kostenexplosion am Donnerstagabend mehrheitlich gebilligt - wenn auch zähneknirschend und erst nach einem Schlagabtausch mit den Vertretern der Rathausspitze, für den die Öffentlichkeit für fast eine halbe Stunde vor die Tür geschickt wurde. Sogar die Frage nach einem Baustopp kam auf.

Im September vorigen Jahres hatte der Hauptausschuss den Auftrag vergeben, das Areal der als national wertvoll eingestuften Borsighalle von Altlasten zu befreien - für damals nicht ganz 280 000 Euro, die einigen Volksvertretern, allen voran Götz Trieloff (FDP), zu niedrig kalkuliert vorkamen. Bald darauf waren die ersten Nachtragsvereinbarungen fällig, die sich auf etwas mehr als 20 000 Euro beliefen. Von diesem zusätzlich bereitgestellten Geld sollte bezahlt werden, dass Schlackesteine zu entsorgen und große Fundamentblöcke zu zerkleinern waren. Beide Positionen seien trotz intensiver Baufelduntersuchungen im Vorfeld erst während der Arbeiten bekannt geworden, heißt es.

Und jetzt die erneute Verteuerung, die von der Rathausspitze damit begründet wird, dass die auszubauende und zu entsorgende Menge an hochbelastetem Boden größer als ursprünglich ermittelt und ausgeschrieben sei. "Die vollständige Entsorgung ist für jedwede Nachnutzung der Borsighalle und ihres Umfeldes zwingend erforderlich und angesichts der direkten Nähe zum Finowkanal aus Umweltgesichtspunkten angezeigt", geht aus der Sachverhaltsdarstellung in der Beschlussvorlage hervor.

Auf Nachfrage von Karen Oehler (Bündnis 90/Die Grünen) sicherte Bert Bessel, Leiter des Amtes für Hochbau und Gebäudewirtschaft im Rathaus, dass mit dem neuen Nachtrag alle Altlasten beseitigt werden können. "Und zwar in einer Tiefe von 50 Zentimetern", sagte er. Dies reiche völlig aus, solange an der Borsighalle nicht ein Neubau entstehe. Was aus dem Areal werde, entscheide die Stadt Eberswalde ohnehin erst nach 2019.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG