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Reihe "Kunst im Fokus" auf Burg Beeskow

Anni Geisler / 13.02.2012, 07:45 Uhr
Beeskow (MOZ) Der zeitlos schönen Uta von Naumburg und ihrem Schöpfer galt der Samstagabend auf der Burg Beeskow. Gern stimmten die knapp 30 Kunstinteressierten in die Begeisterung von Burgdirektor Tilman Schladebach ein, der sie und die anderen elf Stifterfiguren aus dem Westchor des Naumburger Doms als einen Wendepunkt in der Kunstgeschichte feierte: Statt der stilisierten Figuren, wie wir sie aus anderen gotischen Kathedralen kennen, schauen leibhaftige Menschen mit individuellen Zügen auf die Betrachter herab. Der Künstler hat trotz eifriger Bemühungen der Wissenschaft noch immer keinen Namen, als "Naumburger Meister" aber nach fast 800 Jahren nun endlich die ihm zustehende Anerkennung.

Seine Spuren verfolgten im vergangenen Jahr hunderttausende von Besuchern der jüngsten Landesausstellung von Sachsen-Anhalt. Unter ihnen war auch der Beeskower Burgdirektor, der nun in der Reihe "Fokus: Kunst und Wissenschaft" seine Eindrücke und Erkenntnisse weitergab.

Uta von Naumburg und ihr Schöpfer

Dazu zeigte ein kurzer Film den Weg des Künstlers von seiner Lehrzeit am Dombau im französischen Reims durch das mittelalterliche Europa, das mit seinen Kirchen zur Ehre Gottes heute Unvorstellbares hervorbrachte. Sein Meisterwerk hinterließ er der Welt im kleinen Naumburg, wo er 1243 mit seinem Tross einzog, um auf Geheiß der Markgrafen von Meißen den neuen Dom zu gestalten.

Doch die Geschichte wollte es, dass Uta, die in Gestalt und Haltung königlich wirkende Frau des Markgrafen Ekkehard II., ausgerechnet von den Nazis als Ikone entdeckt und missbraucht wurde - das Bild der schönen Frau musste sogar ihren schrecklichen Krieg verherrlichen. Später diente es dem "Kuratorium Unteilbares Deutschland", um die Einheit des geteilten Deutschlands zu beschwören; DDR-Leser erfuhren die Geschichte von Uta und dem revolutionären Künstler aus Rosemarie Schuders vielgelesenen Roman "Der Ketzer von Naumburg".

Nun endlich erfährt der Meister von Naumburg die ihm gebührende Aufmerksamkeit durch die Wissenschaft und die Öffentlichkeit. Dank Tilman Schladebachs Vermittlung zum Glück auch in Beeskow, wo die Kunst auf Dauer eine Heimstatt haben soll.

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