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Gedenkstätte für NPD-Werbung missbraucht

Tilman Trebs / 31.01.2014, 23:30 Uhr
Oranienburg (MZV) Die Staatsanwaltschaft Neuruppin hat am Freitag Anklage wegen Störung der Totenruhe in der Gedenkstätte Sachsenhausen gegen zwei Männer und eine Frau aus Oberhavel und Ostprignitz-Ruppin erhoben.

Das Trio soll am 5. Juni vergangenen Jahres Informationsblätter der NPD-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern mit herabsetzenden Bemerkungen über Sinti und Roma in Räumen und auf öffentlichen Toiletten der Gedenkstätte verteilt haben.

Die Staatsanwaltschaft wertet das als beschimpfenden Unfug auf einer öffentlichen Totengedenkstätte, denn im Konzentrationslager Sachsenhausen wurden während der Nazi-Zeit auch Sinti und Roma gefangen gehalten und ermordet.

Bei den mutmaßlichen Tätern handelt es sich um einen 26-Jährigen und eine 32-Jährige aus Oberhavel sowie einen 27-Jährigen aus dem Nachbarkreis Ostprignitz-Ruppin. Ob sie rechtsextremen Organisationen angehören, gab die Staatsanwaltschaft zunächst nicht bekannt. Die Männer seien wegen Propagandadelikten aber vorbestraft, die Frau wegen anderer Straftaten. Ob dem Trio der Prozess gemacht wird, entscheidet das Amtsgericht Oranienburg.

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