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Fit für die Europawahl

Stift und Papier: Ivan, Lea, Anna, Lorena und Danjela (v.l.) mit den Fragebögen zur Zufriedenheit mit der EU-Politik. Nikolaus Teichmüller (stehend) koordiniert das Projekt in Trebnitz.
Stift und Papier: Ivan, Lea, Anna, Lorena und Danjela (v.l.) mit den Fragebögen zur Zufriedenheit mit der EU-Politik. Nikolaus Teichmüller (stehend) koordiniert das Projekt in Trebnitz. © Foto: MOZ
Marco Marschall / 07.02.2014, 07:42 Uhr - Aktualisiert 08.02.2014, 09:27
Trebnitz (MOZ) Die erste Europa-Wahl fand in Kroatien noch vorbehaltlich des EU-Beitritts am 1.Juli 2013 statt. Damals, im April, lag die Wahlbeteiligung nur knapp über 20 Prozent. Ein Wert, der noch weit unter der niedrigen Quote von Deutschland von zuletzt 43 Prozent im Jahr 2009 liegt. Die Euphorie nach dem Beitritt ist verflogen, so erklärt es die 17-Jährige Lorena, die mit 13 weiteren jungen Kroaten und 14 deutschen Jugendlichen im Schloss Trebnitz am Austausch-Projekt "Fit for Europe" teilnimmt. "Rund um den 1. Juli war die EU ein heißes Thema. Nun dominieren Inlandprobleme", sagt Lorena. "Die hohe Jugendarbeitslosigkeit, hohe Steuern, niedrige Löhne und der Niedergang der Fabriken", zählt sie auf.

Das Trebnitzer Projekt soll helfen, Europa und die Parlamentswahl am 25. Mai ins Bewusstsein zu rücken. Die Schüler sollen in ihren Schulen dafür werben, zur Wahl zu gehen. "Hier in Trebnitz denken wir darüber nach, wie wir darauf aufmerksam machen können", sagt die 16-jährige Lea aus Deutschland, die, wenn sie volljährig wäre, auch wählen würde. Für das Projekt in Trebnitz wurde in der Schule im Politikunterricht geworben.

In den Seminaren beschäftigen sich alle intensiv mit der EU und wie sich deren oft abstrakte Themen letztlich auf das eigene Lebensumfeld auswirken. Die Teilnehmer kommen herum in der Welt. Drei Mal treffen sich die jungen Menschen aus den beiden Nationen. Zur Europawahl im Mai sehen sie sich im Saarland zur Projektwoche wieder. In der zweiten Jahreshälfte sind sie gemeinsam im kroatischen Sibenik.

Am Mittwoch fuhren sie nach Berlin, besuchten den Reichstag und führten eine Umfrage zur Zufriedenheit in verschiedenen Bereichen durch: Lebensstandards, die Finanzpolitik der EU, der Euro, Korruptionsbekämpfung. Tags darauf wurden die Ergebnisse geordnet und ausgewertet.

Ob er seine Eltern überzeugen kann, im Mai zur Wahl zu gehen, weiß der 17-jährige Ivan aus Kroatien auch nach der Woche in Trebnitz nicht. Er glaubt, dass er selbst keine Stimme abgeben würde, denn er sieht nicht, dass die EU die Probleme der Beitrittsländer lösen könne.

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