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Gut besuchte Sonntagsvorlesung im Asklepios-Klinikum Uckermark zu neuen Entwicklungen der Früherkennung und Behandlung von Brustkrebs

Neuer Gentest stellt Brustkrebsrisiko fest

Dr. Beata Loj führt im Asklepios-Klinikum Uckermark bei einer Patientin eine Mammografie durch.
Dr. Beata Loj führt im Asklepios-Klinikum Uckermark bei einer Patientin eine Mammografie durch. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Daniela Windolff / 17.02.2014, 21:30 Uhr
Schwedt (MOZ) Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Kein Wunder, dass die aktuelle Sonntagsvorlesung des Asklepios-Klinikums Uckermark zum Thema Brustkrebs so viele Besucher anzog. Vor allem ältere Frauen, überwiegend selbst Betroffene, nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand über aktuelle Entwicklungen von der Prävention bis zur Therapie informieren zu lassen. Professor Dr. Axel Fauser, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Onkologie, sowie Dr. Beata Loj, Chefärztin der Klinik für Frauenheilkunde, erläuterten in einem allgemeinverständlichen Vortrag, wie sich Brustkrebs heute in Schwedt mit modernsten Verfahren diagnostizieren und behandeln lässt, wie der Krebs entsteht und wie man vorbeugen kann.

Ermutigende Aussage: 90 Prozent der Frauen mit Brustkrebs leben zehn Jahre nach der Erkrankung ohne Rückfall. Das seien wahnsinnige Fortschritte in der Medizin und vor allem auf eine frühzeitige Diagnostik durch moderne Verfahren wie Mammografie und Ultraschall zurückzuführen, betonte Beata Loj.

30 Prozent der Erkrankungen werden von den Frauen selbst durch Abtasten der Brust entdeckt. Dem überwiegenden Teil der Tumorerkrankungen kommen Mammografieuntersuchungen, die heute auch hochauflösend und digital durchgeführt werden, auf die Spur und zwar in einem so frühen Stadium, dass sie noch gar nicht ertastet werden können. Das mache wiederum die große Heilungsrate aus. Die Experten betonten in diesem Zusammenhang, wie wichtig diese Reihenuntersuchung ist, die allen Frauen ab 50 zusteht. Doch auch die Behandlungsmöglichkeiten seien erfolgreicher. Standen vor 20 Jahren Brustamputationen noch an der Tagesordnung, werden heute 70 bis 80 Prozent aller Operationen brusterhaltend vorgenommen. Auch die radikale Entfernung der Lymphknoten könne heute oftmals durch schonendere Verfahren ersetzt werden.

Besonderes Interesse zeigten die Besucher der Vorlesung an den neuen Gentests des BRC-Gens, das eine Veranlagung für Brustkrebs und Eierstockkrebs anzeigt. Eine von 800 Frauen trage dieses Gen. Bei besonderen Risiken, etwa, wenn in der Familie gehäuft Brust- und Eierstockkrebs auftrat, sollte man sich beim niedergelassenen Gynäkologen beraten lassen. Die Kosten bis 2000 Euro je Test tragen bei bestimmten Indikationen die Krankenkassen. Eine engmaschige Vorsorge sei dann nötig, eine vorsorgliche Brustamputation jedoch überflüssig. Es genüge, das Brustkörpergewebe zu entfernen, um das Krebsrisiko auszuschalten.

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