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Noch kann Insolvenz abgewendet werden

Doris Steinkraus / 30.10.2010, 05:15 Uhr
Seelow (In House) Die zum 31. Oktober angemeldete Insolvenz des Vereins Touristinformation Oderbruch und Lebuser Land hat für Aufregung und Verwunderung gesorgt. Der Tourismusverband Seenland Oder-Spree bedauert diesen Schritt, bietet Vermittlung an.

Gaststätte, Reiterhöfe, Pensionen, Hotels in Seelow und Umgebung, sie alle hängen derzeit in der Luft. Es herrscht tiefe Verunsicherung. Wie soll es weiter gehen mit der touristischen Vermarktung? Auch in Falkenhagen haben die Abgeordneten am Donnerstagabend den Austritt beschlossen. Als Grund wurde die von der Mitgliederversammlung beschlossene Beitragserhöhung (Verdoppelung) genannt. Der Austritt war schon vor Bekanntwerden der Insolvenz beschlossene Sache. Zugleich machten die Abgeordneten deutlich, dass sie umgehend einen neuen Interessenvertreter brauchen. Falkenhagen verfügt über zahlreiche Betten und touristische Angebote.

Nach einer regelrechten Austrittswelle blieb dem Vorstand des Vereins keine andere Wahl, als die Insolvenz anzumelden. Aus Seelow kam bereits die Ankündigung, dass man gemeinsam mit Seelow-Land einen neuen Verein gründen wolle. Das sei natürlich legitim, so der stellvertretende Vorsitzende des Tourismusverbandes Seenmland Oder-Spree und Beigeordnete Rainer Schinkel. „Aber es ist immer schwer, einmal Weggebrochenes schnell wieder aufzubauen“, sagt er. Was in 20 Jahren an Wissen und Kompetenz erworben wurde, lasse sich nicht mit einer einfachen Neugründung gleichermaßen sichern. „Es geht beim Tourismus immer um Qualität. Der Gast will kompetent beraten werden“, sieht es Schinkel. Sowohl Kreis als auch der Tourismusverband würden moderierend einsteigen, wenn dies gewünscht wird. Ob Stimmrecht oder Vorstandszusammensetzung, alles ließe sich per Satzungsänderung neu regeln. Ein kompletter Neustart sei mit Sicherheit schwerer.

Rainer Schinkel weist auch den Vorwurf zurück, dass mit der Fusion der beiden Tourismusverbände der Weg für wieder mehr Kelinstaaterei im Tourismus geebnet worden ist. „Die Fusion war ein logischer Prozess“, steht für ihn fest. ES sei um die Erhöhugn der Schlagkraft gegangen, um höhere Qualität.

Seelow (MOZ) Die zum 31. Oktober angemeldete Insolvenz des Vereins Touristinformation Oderbruch und Lebuser Land hat für Aufregung und Verwunderung gesorgt. Der Tourismusverband Seenland Oder-Spree bedauert diesen Schritt, bietet Vermittlung an.

Gaststätte, Reiterhöfe, Pensionen, Leistungsanbieter und Hotels in Seelow und Umgebung, sie alle hängen derzeit in der Luft. Es herrscht tiefe Verunsicherung. Wie soll es weitergehen mit der touristischen Vermarktung? Auch in Falkenhagen haben die Abgeordneten am Donnerstagabend den Austritt aus dem Verein beschlossen. Als Grund wurde die von der Mitgliederversammlung beschlossene Beitragserhöhung (Verdoppelung) genannt. Der Austritt war schon vor Bekanntwerden der Insolvenz beschlossene Sache. Zugleich machten die Abgeordneten aber deutlich, dass sie umgehend einen neuen Interessenvertreter brauchen. Falkenhagen verfügt über zahlreiche Betten und touristische Angebote.

Nach einer regelrechten Austrittswelle und damit ausfallenden Einnahmen blieb dem Vorstand des Vereins keine andere Wahl, als die Insolvenz anzumelden. Die finanziellen Verbindlichkeiten können nicht mehr gesichert werden.

Aus Seelow kam bereits die Ankündigung, dass man gemeinsam mit Seelow-Land einen neuen Verein gründen wolle. Das sei natürlich legitim, so der stellvertretende Vorsitzende des Tourismusverbandes Seenland Oder-Spree und Beigeordnete des Kreises Rainer Schinkel. „Aber es ist immer schwer, einmal weggebrochenes schnell wieder aufzubauen“, sagt er. Was in 20 Jahren an Wissen und Kompetenz erworben wurde, lasse sich nicht mit einer einfachen Neugründung in gleichem Maße sichern. „Es geht beim Tourismus immer um Qualität. Der Gast will kompetent beraten werden“, sieht es Schinkel. Sowohl Kreis als auch der Tourismusverband würden moderierend einsteigen, wenn dies gewünscht wird. Ob Stimmrecht oder Vorstandszusammensetzung, alles ließe sich per Satzungsänderung neu regeln. Ein kompletter Neustart sei mit Sicherheit schwerer. Alle Beteiligten sollten noch einmal überlegen, ob es nicht andere Lösungen für mögliche Probleme innerhalb des Vereins gebe.

Rainer Schinkel weist den Vorwurf aus dem Vorstand des Vereins zurück, dass mit der Fusion der beiden Tourismusverbände der Weg für wieder mehr Kleinstaaterei im Tourismus geebnet worden sei. „Die Fusion war ein logischer Prozess“, steht für ihn fest. Es sei um die Erhöhung der Schlagkraft gegangen, um höhere Qualität. Ob Publikationen, Messeauftritte oder andere Marketingmaßnahmen, in allen Bereichen habe man heute ein professionelleres Herangehen erreicht. Die Zahl der Übernachtungsgäste sei weiter gestiegen, von Januar bis August erneut um fünf Prozent.

„Tourismus ist für unsere Region auch ein Wirtschaftsfaktor“, unterstreicht Rainer Schinkel. Im Gebiet des Verbandes gebe es derzeit 1440 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Jeder Tagesausflügler lasse um die 20 Euro in der Region. Gerade sie gelte es zu werben. Die Arbeit mit dem Gast müsse natürlich vor Ort erfolgen. „Und zwar durch die Touristinformationen und Leistungsanbieter.“ Für Seelow und Umgebung war das bisher die Touristinformation.

Schinkel bezweifelt, dass man mit eigenen Lösungen kostengünstiger fahren wird. Seelow sollte nach den neuen Vereinsbeschlüssen 20 000 Euro im Jahr zahlen. Um eine durchgängige Betreuung von Gästen zu sichern, werde wahrscheinlich mehr Geld nötig sein. Der Kreis schießt zum Tourismusverband jährlich 
90 000 Euro zu, ist größter Zahler im Verband. Die Handelnden müssten sich im Klaren darüber sein, dass Marketing Geld kostet. Nur dann seien aber letztlich auch Erfolge in Form von mehr Gästen möglich. Die wiederum würden auch Arbeitsplätze sichern.

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Manfred Schartow 01.11.2010 - 09:06:38

Schafft was Neues

Die Insolvenz ist die logische Konsequenz des kleinregionalen Denkens. Jeder steht mit dem Anderen im Wettbewerb um den Touri. Der Touristikverband war letztlich nur mit Alibiaufgaben beschäftigt, ohne dass letztlich zählbar was rüber kam. Statistik ist irgendwie gut, doch jeder saldiert die Zahlen auf und... Im Nov. 2009 hatte ich mich an den Landrat, Herrn Schmidt mich gewandt. Antwort kam von Herrn Schinkel, mit dem Ergebnis, dass Gespräche mit den Verantwortlichen im Kreis nur während deren Bürozeit möglich sind. Der Landkreis MOL hat viele Millionen an Radwegen und weiterer Infrastruktur investiert ohne jedoch daraus den vollen Nutzen zu ziehen. Es gibt zwei Regionen im Land Brandenburg, die es offenbar anders und realitionsbezogener machen, als wie hier im Osten Brandenburgs. Schaut Euch das Lausitzer Seenland und den Teltow - Fläming Skate an und ihr werdet erkennen, was tatsächlich möglich ist, ohne das immerfort die Beiträge erhöht werden müssen. Dazu müssen die Landratsverwaltung als Dienstleister und der Touristikverband andere Arbeitsweisen entwickeln.

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