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Renate Meliß 29.04.2014 05:45 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Kultur neben der Bahnschiene

Biesenthal (MOZ) Es ist vollbracht: Mit der Fertigstellung der Fassade wurde am Sonntag das gesamte Gebäude des Kulturbahnhofes Biesenthal seiner Bestimmung übergeben.

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Ort für Kunst und Kultur: Der Kulturbahnhof Biesenthal bietet Räume für verschiedene Veranstaltungen. Im Gebäude befinden sich zudem eine Logopädie-Praxis sowie eine Zweigstelle der Musikschule Bernau.

© Renate Meliß

Als im Jahre 2005 das so genannte Bahnhofsempfangsgebäude in Biesenthal verkauft werden sollte, glaubten zehn Biesenthaler Zu(g)gereiste und Bahnfahrer nicht, dass der Zug schon abgefahren sei und packten die Gelegenheit beim Schopf. Große Pläne und viele Unwägbarkeiten lasteten auf den Schultern der zehn Gründungsmitglieder, die hier etwas bewegen wollten und mit 5000 Euro Startkapital eine Vision vor Augen gehabt hatten. "Wir wussten, dass wir einen langen Atem brauchen würden", so Heribert Rustige, Vorsitzender des Vereins Kultur im Bahnhof. Neun Jahre später konnte nun am Sonntagnachmittag mit der Fertigstellung der Fassade auch das gesamte Gebäude des Kulturbahnhofes eröffnet werden. Dicht gedrängt standen die Besucher. Man freute sich einfach über die gelungene Fertigstellung, die liebevollen Details, die Erinnerungen an die Geschichte vieler Jahrzehnte.

Es war ein hartes Stück Arbeit, das sich wahrlich gelohnt hat. Alles begann im Jahre 1843, als mit der Errichtung der Eisenbahnstrecke Berlin-Stettin auch in Biesenthal ein Haltepunkt eingerichtet wurde. Es folgte ein Stationsgebäude mit Wohnung für den Bahnwärter. Diverse Erweiterungen kamen in größeren Zeitabständen hinzu. So ist das Gebäude denn auch keine Einheit, sondern in etwa drei große Teilabschnitte gegliedert, mit dem so genannten "Turm", dem Mitteltrakt, der einst eine überdachte Bahnhofshalle war und dem Anbau in Richtung Norden. Den Zweiten Weltkrieg überstand das Gebäude bis auf das Stellwerk relativ unbeschadet. 1945 besetzte die Rote Armee das Gebäude. Bauliche Veränderungen gab es später nicht. Die Deutsche Bahn schloss schließlich 1996 die Schalter.

Zum Programm der Eröffnung gehörten Vorführungen einer Tanzgruppe, des Bahnhofs-Chores sowie der Musikschule Bernau. Der einstige Mitropa-Saal glänzt nun in frischem Rot, es gibt ein Turmzimmer, eine Bahnhofskunsthalle, einen russischen Salon und in der ersten Etage sind eine Logopädie-Praxis sowie die Zweigstelle der Musikschule Bernau untergebracht. "Das war unser erster Mieter, der hier noch zu sehr unwirtlichen Zeiten einzog", erinnerte Rustige. Mit Stolz geht Architekt Burkhard Vierus um das Haus, gibt Erklärungen zu Außenanlagen, Heizung, und Fassade, an der sich bald Rosen ranken werden und Birnen an Spalieren.

"Man muss einfach immer wieder Sachen neu ausprobieren, Neues entdecken", erläutert Rustige auch den Sinn des Vereins, sich für Umweltschutz und Bildung einzusetzen. Viele Projekte stünden erst noch am Anfang

Die Gesamt-Investition lag beim Kulturbahnhof bei 230 000 Euro. Davon kommen 120 000 Euro aus dem EU-Fonds, 40000 Euro brachte die Stadt Biesenthal anstelle des Landes auf und 70 000 Euro sind von Mitgliedern des Vereins kreditiert worden.

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