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Cornelia Hendrich 12.05.2014 08:02 Uhr
Red. Bad Freienwalde, freienwalde-red@moz.de

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Viel Rauch um den Sieger

Wriezen (MOZ) In Wriezen fanden am Sonnabend die 10. Ostdeutschen Meisterschaften im Pfeife-Langsamrauchen statt. Genuss und Zeit zum Reden bedeutet für viele das Pfeifenrauchen. Wriezen stellt auch den Deutschen Meister.

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Der Sieger mit seiner Siegerzeit: Dirk von Kügelgen gewann mit einer Stunde und beinahe fünf Minuten.

© Cornelia Hendrich

Ältere Männer mit Hut blasen Kringel in die Luft, drei Frauen machen ebenfalls mit, und trotz der riesigen Uhr, die vorne für jeden sichtbar mitläuft, ist die Atmosphäre entspannt und lustig. Witze werden gerissen, es wird sich gegenseitig angefeuert. Für die Ostdeutschen Meisterschaften im Pfeife-Langsamrauchen kamen die Teilnehmer aus Berlin, Mecklenburg oder Stendal nach Wriezen.

Die Regeln sind fest vorgeschrieben: Jeder erhält drei Gramm Tabak, zwei Streichhölzer und hat genau eine Minute zum Anzünden. Dann läuft die Zeit. Und läuft. Und läuft. Die Männer bestellen ein Bier. Eine halbe Stunde vergeht. Der Unterschied zur Zigarette ist offensichtlich. Pfeife zu rauchen ist viel ruhiger, eine Art lange Meditation. Eine Dreiviertel Stunde. Noch immer kommt Qualm aus vielen Pfeifen. Alles ist in den Wettkampf-Regeln genau vorgeschrieben: Das Klopfen gegen den Pfeifenkopf ist nicht gestattet, heißt es da. Pusten in Mundstück oder den Pfeifenkopf auch nicht.

"Schiedsrichter. Fertig", ruft einer. Seine Zeit wird notiert. "Es ist eine schöne Atmosphäre. Und ich habe viele Leute kennengelernt", sagt Rita Buchholz, die zum ersten Mal dabei ist.

Geraucht wird ein Tabak namens "Sunday's Fantasy" (Sonntags-Fantasie). Dirk von Kügelgen hustet. "Naja." Aber da kann man nichts machen. Der Gastgeber, also der Wriezener Pipe Club, sucht den Tabak aus.

Michael Like ist aus Sommerstorf bei Waren/Müritz angereist. Einmal im Monat treffen sich dort 22 Leute zum Pfeifenrauchen. "Darunter ein Kapitän zur See, ein Schriftsteller, ein Jäger, ein Gewerkschafter. Alle ganz unterschiedlich, deshalb gibt es viel zu reden." Diskutiert wird über aktuelle Themen, die Wahlen oder es gibt eine Buchlesung zu Sri Lanka.

Noch immer glimmen drei Pfeifen, obwohl schon fast eine Stunde vergangen ist. "Bei den internationalen Meisterschaften rauchen sie 2,5 Stunden", erzählt der Berliner Bernd Knott. "Ich weiß nicht, wie sie es machen. Das muss man sicher trainieren. Sie haben bestimmt nur eine kleine Glut und treiben sie mit dem Klopfer in der Pfeife rundherum." So angestrengt will er es gar nicht sehen. "Es macht Laune", sagt er. Aber immerhin, der deutsche Meister Nils Nestler kommt aus Wriezen. Ob er bei den Weltmeisterschaften im Oktober in Köln dabei ist, ist noch unklar. Jetzt am Wochenende konnte er nicht dabei sein.

Mit 1:04,52 Stunden gewinnt am Ende Dirk von Kügelgen aus Berlin, ganz knapp vor dem Wriezener Lokalmatadoren Burkhard Miesterfeld.

Sicher eine noch auszubauende Zeit, der deutsche Meister hatte die Pfeife immerhin ein und eine Dreiviertel Stunde am Laufen halten können. Nach dem Sieg des Berliners fiel auch die letzte Anspannung bei den 14 Teilnehmern ab, und der Nachmittag wurde noch gemütlich beisammen, mit oder ohne Pfeife, verbracht.

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