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Angela Kowalick 16.06.2014 06:38 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Mal klassisch, mal psychologisch, mal gruselig

Panketal (MOZ) Rund 100 Krimifreunde kamen zur ersten Barnimer Kriminacht auf den Hof der Panketaler Buchhandlung FaBuLa. Drei Krimi-Autoren, die allesamt seit rund zehn Jahren in Panketal wohnen und nach vielfältigen Berufserfahrungen das Krimischreiben für sich entdeckt haben, lasen aus ihren sehr unterschiedlich schaurigen Werken.

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Garanten für Spannung und Gänsehaut: Thomas Nommensen, Jutta Maria Herrmann und Thorsten Wirth (v.l.)

© Angela Kowalick

Den Anfang machte Thorsten Wirth, ein Edgar-Wallace-Fan seit frühester Jugend. In der Fangemeinde sei irgendwann die Idee aufgekommen, neue Geschichten in Edgar Wallace' Stil zu schreiben. Thorsten Wirth ist damit zum erfolgreichen Autor geworden. Beim Vorlesen aus der von ihm herausgegebenen Anthologie "Über ihnen schwebt der Tod" versetzte er die Zuhörer ins London der 1960er-Jahre. Natürlich ist alles schwarz-weiß und neblig, Schiffe hupen auf der Themse und Mitwisser werden mit Giftpfeilen aus dem Hinterhalt getötet. Aber wer bedroht Albert Donovan und wieso? Und was hat das mit Krankenschwester Mary Hyde zu tun?

Wer die Edgar-Wallace-Filme kennt und mag, kommt bei Thorsten Wirth voll auf seine Kosten. "Wer aufmerksam liest, erkennt die Hinweise, die ich gebe, und kann sich die Lösung zusammenpuzzeln", gibt Wirth schmunzelnd zu. Die Tatmotive sind klassisch: Rache, Neid. Thorsten Wirth überlässt die psychologisch verschachtelten Krimithriller anderen, wenngleich er sie selbst gern liest.

Thomas Nommensen, der zweite Autor, zog die Zuhörer in solch eine aufgeregte Thriller-Stimmung. Im Prolog seines gerade erschienenen Debüts "Ein dunkler Sommer" erfährt man von einem Mädchen, dass in einem nassen Verschlag gefangen gehalten wird. Dann geht es plötzlich um wiederkehrende Alpträume eines Polizisten, um die Entlassung eines Straftäters zehn Jahre nach dem Urteil. Und dann beobachtet ein Junge einen seltsamen Vorfall. "Tja, was ist mit dem Jungen passiert?", fragt Nommensen. "Das ist ein sogenannter Cliffhanger", fügt er schmunzelnd hinzu und bekennt: "Ein Kennzeichen meines Romans ist es, dass wir alle Ereignisse von vor zehn Jahren aus der Sicht von verschiedenen Leuten sehen." Er verspricht, am Ende werde sich alles zusammenfügen, wie in jedem guten Krimi. Bis man da aber ankommt, steigt die Spannung ins Unermessliche. Auch FaBuLa-Inhaberin Sabine Bache gibt zu, sie habe das Buch nicht weglegen können.

Den gruseligsten Punkt erreicht die Kriminacht mit der dritten Lesung. Jutta Maria Herrmann liest eine unfassbar gewaltvolle Kurzgeschichte. Vier Abiturienten und ihr Hund werden an einem Brandenburger See von zwei Halbwüchsigen brutal ermordet. Nicht die Auflösung des Falls ist jedoch Thema der Geschichte "Weil wir böse sind", sondern die Beschreibung des Tathergangs. Einige Zuhörer halten diese genaue Beschreibung nicht aus, andere tragen es mit Fassung. "Am bedrückendsten fand ich, dass die Täter 15-Jährige waren", meint eine schockierte Zuhörerin später. Autorin Herrmann tröstet: "Ich bin in Wirklichkeit ganz nett." Diese Geschichte sei das Krasseste, was sie je geschrieben hat. Ihr Debüt-Thriller "Hotline", der im Herbst erscheinen wird, sei deutlich harmloser.

FaBuLA-Inhaberin Sabine Bache ist mit dem Abend sehr zufrieden und hat vor, die Barnimer Kriminacht als feste Tradition jeweils Mitte Juni zu etablieren. Auch die musikalische Auflockerung durch Frank Apitz, Lehrer und auch Musiker der Band Hörsturz, fand beim Publikum großen Anklang. Er hatte unbekanntere deutsche Volkslieder und englische Songs dabei, die auf traurige oder charmant-witzige Art vom Tod oder Verlassensein handelten. Und auch die "Finger des Grauens", warme Würstchen mit Ketchup, vom örtlichen Bioladen weckten die Lebensgeister der Gäste.

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