Anmelden
Anmelden

Donnerstag, 28. Juli 2016
ABO-ButtonePaper-ButtonKONTAKT-Button


Sie haben 8 von 10 Gratis-Artikeln gelesen.
x
Registrieren Sie sich jetzt und lesen Sie im Monat bis zu 20 Artikel kostenlos.
Jetzt kostenlos registrieren
Bereits registriert? Bitte anmelden

Daniel Dzienian 22.07.2014 18:56 Uhr
Red. Neuruppin, lokales@ruppiner-anzeiger.de

lokales/artikel-ansicht/dg/0/

Nazis vereinnahmen Fontane

Neuruppin (RA) Rechtsextreme verwenden auf Werbematerialien zurzeit das Konterfei von Theodor Fontane. Vor allem der für den 6. Juni 2015 in der Stadt geplante sogenannte "Tag der deutschen Zukunft", zeigt den berühmten Sohn der Stadt samt einem Zitat von ihm.

lokales/artikel-ansicht/dg/0/1/1304400/
 

Vom Bildschirm abfotografiert: Mit diesem Konterfei wird f├╝r die Neonazi-Demo im kommenden Jahr geworben. Fontane h├Ątte das vermutlich nicht gutgehei├čen.

© Daniel Dzienian / MZV

Eine rechtliche Handhabe gegen die Verwendung besteht allerdings nicht. Der 1889 verstorbene Literat genießt heute keinerlei gerichtlich durchsetzbare Persönlichkeitsrechte mehr.

"Eine unzulässige Vereinnahmung durch rechtsextremistische, fremdenfeindliche Gruppen", nennt diese Praxis Dr. Regina Dieterle, die in der Schweiz lebende Vorsitzende der Theodor-Fontane-Gesellschaft dennoch. Die Gesellschaft habe von der angekündigten Neonazi-Demo im kommenden Jahr Kenntnis. "Der Vorstand der Theodor Fontane Gesellschaft hat auf seiner Sitzung vom 20. Juni beschlossen, gemeinsam mit der Fontanestadt Neuruppin sich gegen die Vereinnahmung Fontanes zu wehren und im Zusammenwirken mit der überparteilichen Vereinigung "Neuruppin bleibt bunt!' Gegenmaßnahmen zu entwickeln." Dieterle erklärte weiter: "Fontane war weltoffen und gesellschaftskritisch, ein großer Psychologe, der die menschliche Seele in all ihren Facetten kannte. Das Engstirnige, Einseitige, Eindimensionale war ihm zutiefst zuwider."

Der Grund, warum Rechtsextreme den wichtigsten Vertreter des deutschen Realismus für ihre Zwecke einsetzen, dürfte in einigen Publikationen liegen, die dem Literaten eine Nähe zum Antisemitismus unterstellen. Ebenso viele widerlegen das. Der auf deutsche Geschichte spezialisierte US-amerikanische Historiker Gordon A. Craig erklärte etwa 1997 in einem Interview zu seinem neu erschienenen Buch "Über Fontane": "Ich halte ihn nicht für einen Antisemiten. Er teilte die Schwächen seiner Zeit, und er teilte sie uns mit."

Die Verwendung berühmter Autoren hat Tradition. Im Dritten Reich haben Nationalsozialisten große Autoren, hauptsächlich Vertreter der deutschen Klassik, für ihre Zwecke genutzt und interpretiert. Beobachter der heutigen rechten Szene haben in Internetportalen auch immer wieder Bilder unterschiedlicher Schriftsteller wie Goethe oder Hermann Hesse ausgemacht. (Seite 4)

Artikel empfehlen

Artikel kommentieren

Seite empfehlen

Nachricht an die Redaktion

Druckversion

Lesen Sie auch...

Regionalnavigator

Landkreiskarte Brandenburg Ostprignitz-Ruppin Potsdam-Mittelmark Brandenburg/Havel
MOZ

Ort, PLZ oder Redaktion

Partnersuche

Neueste Kommentare

28.07.2016 18:37:54 Hans-Joachim Strauss

Warum so die Tr├Ągerin der "Goldenen Raute"

28.07.2016 14:47:04 Hasso Isenhagen

Nat├╝rlich schaffen die Briten das.....

28.07.2016 10:50:02 Piefke Saga

Tja, ich finde diese Rosinenpickerei zum Kotzen.

28.07.2016 09:53:33 Hans Aalbrunn

@L├Âchmeister

28.07.2016 09:31:35 Klaus Klein

Ich formuliere mal so

© 2014 moz.de M├Ąrkisches Medienhaus GmbH & Co. KG
toTopBild