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Feriencamp in der Jugendherberge Bremsdorfer Mühle für Schüler, die an Diabetes erkrankt sind

Tanzen zum Hit "Haus am See"

Alle in Bewegung: Auf der Freilichtbühne der Jugendherberge übten die Schüler ihren Flash-Mob. Mehrmals am Tag erklingt die Hit-Mischung, zu der auch der Song "Haus am See" gehört. Dann kann jeder, der will, fröhlich mittanzen.
Alle in Bewegung: Auf der Freilichtbühne der Jugendherberge übten die Schüler ihren Flash-Mob. Mehrmals am Tag erklingt die Hit-Mischung, zu der auch der Song "Haus am See" gehört. Dann kann jeder, der will, fröhlich mittanzen. © Foto: Ralf Loock
Ralf Loock / 06.08.2014, 05:00 Uhr
Bremsdorf (MOZ) 100 Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland nehmen derzeit an einem besonderen Feriencamp in der Jugendherberge Bremsdorfer Mühle teil. Sie alle leiden an Diabetes Typ 1 - sind auf Insulinspriten und ärztliche Betreuung angewiesen.

"Ich finde es toll hier, mir gefallen die Ausflüge, das Schwimmen und besonders die Disco", freute sich am Dienstag Melissa (10). Auch Kathleen und Chelsea sind happy, die beiden zehnjährigen Mädchen schwärmen von der Kochshow und von den Kletterübungen, besonders die Tanzabende gefallen ihnen. Ihre Freundin Adelina (11) hingegen spricht etwas an, was sicher viele bewegt: "Hier kann ich mit anderen darüber reden, was mich bedrückt." Die Kinder und die Jugendlichen erhalten nach dem Frühstück eine diabetes-spezifische Schulung, dazu gibt ein umfangreiches Ferienprogramm mit kulturellen und sportlichen Aktivitäten - besonders beliebt ist bei diesen Temperaturen ein Nachmittag am Badesee. "Ich habe aber auch schon vieles zu unserer Erkrankung erfahren", berichtete Adelina, so habe sie einiges zur Ernährung gelernt und auch zu den Einspritzstellen.

Leonie (10) wusste zwar schon vorher, dass sie ein Tagebuch führen sollte. Sie habe hier jetzt aber so richtig verstanden, warum es wichtig sei, täglich die Werte zu notieren. Auch die Tipps für den Wechsel des Katheters, der mit der Insulin-Pumpe verbunden ist, "sind für mich hilfreich", sagte sie. Dabei freue sie besonders über eine Kleinigkeit: "Jeder darf täglich seine Eltern anrufen, aber man kann maximal eine Stunde mit dem Handy telefonieren."

"Der Flash-Mob ist ganz toll", freute sich Emily (11). Bei dieser Aktion tanzen alle Camp-Teilnehmer - hauptsächlich auf der Freilichtbühne, ansonsten an jeder beliebigen Stelle auf dem Gelände der Jugendherberge. Das Lied, das dazu erklingt, ist ein Mix aus verschiedenen Hits, darunter der bekannte Song "Haus am See" von Peter Fox.

Auf der Bühne wurde kurz vor der Mittagszeit geübt, Ziel ist es, unter Anleitung einiger Tanzlehrerinnen eine Choreographie einzustudieren. Diesmal waren die älteren Jungen an der Reihe. Während einige Mädchen freiwillig und mit Freude mittanzten, waren einige Jungen nicht ganz so begeistert. Jetzt waren deutliche Worte zu hören. "Wenn Du keinen Bock hast, dann setz Dich wieder hin, störe aber nicht die anderen", wurde dieser Schüler vor der Leiterin belehrt.

Die Kinder und Jugendlichen sollen ihren Spaß haben und dabei auch lernen, in verschiedenen Lebenssituationen zurecht zu kommen, beschrieb Dr. Karsten Milek das Ziel des Camps. Er und seine Frau Susanne leiten das Lager. Veranstalter ist die diabetologische Schwerpunktpraxis Hohenmölsen. Alle Teilnehmer leiden an Diabetes Typ 1, erläuterte Dr. Susanne Milek, mit Tabletten ist ihnen nicht zu helfen. Von den 100 Schülern brauchen 64 eine Insulinpumpe und zusätzlich je nach Bedarf Spritzen, die anderen kommen mit Spritzen aus, erläuterte der Arzt.

Betreut werden alle von den beiden Medizinern und vielen Helfern. Auf dem Gelände wurde auch ein Med-Punkt eingerichtet, dort dreht sich aber nicht alles nur um Diabetes, sondern hier wird auch mal eine Schürfwunde versorgt. Wenn ein Junge beim Fußballspiel hingefallen ist, so könne man auch einen positiven Aspekt erkennen. Der Junge lernt, dass bei ihm wie jedem anderen Kind Blut fließt und ein paar Tränen kullern. Dann gibt es ein Pflaster und abends ist er schon wieder auf der Tanzfläche unterwegs. Er kann aktiv sein wie andere Kinder auch. Fast jedenfalls.

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