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Superlative im Mikrokosmos

Fachmann: Dipl. Physiker Jens Katzer erläutert den Besuchern in einem Labor das Focused Ion Beam-Gerät mit Rasterelektronen-Mikroskop. Es wird zur Visualisierung und Präparationen von wissenschaftlichen Proben sowie für die Material-Analysen mittels Röntg
Fachmann: Dipl. Physiker Jens Katzer erläutert den Besuchern in einem Labor das Focused Ion Beam-Gerät mit Rasterelektronen-Mikroskop. Es wird zur Visualisierung und Präparationen von wissenschaftlichen Proben sowie für die Material-Analysen mittels Röntg © Foto: Winfried Mausolf
Philipp Humbsch / 07.09.2014, 19:11 Uhr
Frankfurt (MOZ) Erkennen, welche Vorteile der Standort Frankfurt bieten kann - darum ging es Sonnabend am Tag der offenen Tür im IHP. Beim Preiswettbewerb der Freunde des IHP zählten auch Schüler des Frankfurter Gauß-Gymnasiums zu den Gewinnern.

Annähernd 300 Interessierte zog es am Sonnabend in die Hallen des Frankfurter IHP. Das Leibniz-Institut hatte zum Tag der offen Tür geladen. "Das alles hier ist sehr spannend. Man hat sonst ja nicht diesen Einblick" beschreibt Ariete Adler die Eindrücke bei einer der Reinraumbegehung. Ihr Sohn macht beim IHP eine Ausbildung zum Mikrotechnologen, auch deshalb wollten sie sich die Reinräume ansehen.

Wolfgang Wichmann führte durch die Reinräume der Klasse Eins, die so heißen, "weil in einem Kubikfuß Raumluft nur ein Fremdteilchen enthalten ist". Der Wissenschaftler kann dabei mit Superlativen der besonderen Art aufwarten: "Unsere Geräte sind in der Lage, Ströme im Bereich von wenigen Picoampere zu messen, also etwa ein Milliardstel des Stromes, den es braucht, um eine Armbanduhr zu betreiben."

In der Welt der Schaltkreise herrscht das absolute Minimum. So wären die Strukturen auf den Mikrochips nur wenige Nanometer bis Mikrometer groß. Dadurch passen mehr auf die gleiche Fläche, "und sie können schneller arbeiten", erklärt der Wissenschaftler weiter. Die Verfahren, mit denen die Arbeiter diese Strukturen auf die Siliziumscheibe, in der Fachsprache Wafer genannt, bringen, würden auf physikalischen und chemischen Verfahren beruhen. So werden in manchen Arbeitsschritten kleinste Strukturen per Photolithografie auf die Siliziumträger gebracht. Da dies mit speziellen Licht geschieht, müssen die Arbeiter mit orangener Raumbeleuchtung arbeiten. Dieses Speziallicht stört den Prozess nicht.

Den Tag der offenen Tür nutzten Bildungseinrichtungen der Umgebung, um sich vorzustellen. So auch die TU Berlin, für die Lars Zimmermann vor allem über die Kooperation mit dem Institut spricht: "Die Labore des IHP sind einzigartig im ganzen Bundesgebiet, sie bieten technologische Möglichkeiten wie sonst nirgendwo." Viele Hochschulen hätten eine Kooperation mit dem IHP, um von dessen Möglichkeiten zu profitieren.

Auch Ausbildung war ein großes Thema am Tag der offene Tür. So bot etwa die Softwareschmiede Elaxy an ihrem Stand ein Duales Studium an, und auch das IHP warb für seine Ausbildungsplätze. Auch das Gauß-Gymnasium war mit einem Stand vertreten, an dem Saskia Nehring mit Hilfe von Elektrolyse Mikro-Knallschaum herstellte. Für die Allerjüngsten wurde ebenso viel geboten. Die Kinder-Universität lockte mit Vorführungen, Vorträgen und Experimenten. Unter anderem wurde hier die Frage geklärt, warum Seifenblasen nicht eckig sind.

Zum Abschluss des Tages war die Preisverleihung des Wettbewerbs der Freunde des IHP ein weiterer Höhepunkt. Staatssekretärin Daniela Trochowski vom Brandenburger Finanzministerium verlieh die Preise. Ausgezeichnet wurden die beste Doktorarbeit, die besten Masterarbeiten und auch einige Schüler-Forschungsarbeiten. Felix Mende und Felix Tobias Hohmann konnten sich über den zweiten und dritten Preis in der Sekundarstufe zwei freuen, Dominik Wassenberg und Vanessa Srebny gewannen jeweils den Sonderpreis der Sparkasse Oder-Spree. Alles vier sind Schüler des Gauß-Gymnasiums.

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