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Grundschüler üben Urnengang

Vor dem Wahllokal: Theresa Dannenberg und ihre Mitschüler von der sechsten Klasse stehen Schlange vor der Wahlkabine in der Käthe-Kollwitz-Grundschule in Bad Freienwalde. Sie haben Wahlbenachrichtigungskarten und Personalausweise bekommen.
Vor dem Wahllokal: Theresa Dannenberg und ihre Mitschüler von der sechsten Klasse stehen Schlange vor der Wahlkabine in der Käthe-Kollwitz-Grundschule in Bad Freienwalde. Sie haben Wahlbenachrichtigungskarten und Personalausweise bekommen. © Foto: MOZ
Steffen Göttmann / 10.09.2014, 07:45 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Die Käthe-Kollwitz-Grundschule in Bad Freienwalde hat sich anlässlich der bevorstehenden Landtagswahl erstmals an einer Juniorwahl beteiligt. 41 Sechstklässler gaben am Dienstag ihr Votum ab. Unterstützt wird die Schule vom Bildungsministerium.

"Ich finde es gut, wählen zu gehen und seine Meinung äußern zu dürfen", sagte Maxime Gertz. Der Sechstklässler durfte am Dienstag im "Wahllokal" der Käthe-Kollwitz-Grundschule zuerst seine Stimme abgeben. Er sei sich sicher, dass er auch zur Wahl gehen wird, wenn alt genug dazu ist.

"Wir haben die Schüler im Fach Politische Bildung intensiv auf die Wahl vorbereitet", sagte Sabine Pankow. Insgesamt fünf Stunden nutzte sie für die Wahl. Die neue Schulleiterin Sybille Reiniger hatte noch im vergangenen Schuljahr die Idee, dass sich die Schule an der Juniorwahl für die fünften und sechsten Klassen beteiligen könnte und bestellte gleich Lehrmaterial beim Bildungsministerium. Dies kam rechtzeitig zum Schuljahresbeginn an. Darunter waren Wahlbenachrichtigungskarten, Personalausweise, Wahlzettel, eine Wahlurne und eine Wahlkabine. Die Wahlzettel unterschieden sich vom Original, indem sie nur die jeweiligen Spitzenkandidaten der SPD, der CDU, der FDP, der Linken und von Bündnis 90/Die Grünen enthielten.

"Wir haben im Unterricht angefangen mit Demokratie eigene Entscheidungen zu treffen", berichtete Sabine Pankow. Danach stellte sie den Schüler die Parteien vor, ihre Gründung, ihre Geschichte und die Inhalte ihrer Wahlprogramme. Ferner vermittelte sie den Kindern, wie eine Wahl abläuft. Dabei gab es nicht nur Frontalunterricht. In Rollenspielen interviewten die Schüler "Parteimitglieder" zu ihren Zielen. Jeder Schüler wurde per Wahlbenachrichtigung informiert. Die mussten sie im Wahllokal zeigen. Auch dies war wie bei einer "richtigen" Wahl.

Maxime Gertz wusste, wo er das Kreuz macht. Er fand im Unterricht zu seiner Überzeugung. Linda Kolrep-Poppe dagegen war schon vorher klar, was sie wählen wird. "Wir reden daheim viel über Politik und was gut oder schlecht ist für die Bundesrepublik", erzählte die Schülerin. Außer Marco Büchel (Linke), der selber Schüler der Kollwitz-Grundschule war und häufiger den Unterricht Politische Bildung genoss, sind nur wenige Schüler den Direktkandidaten begegnet.

"Ich habe mal Michael Jungclaus von den Grünen bei einer Wahlveranstaltung gesehen", sagte Linda Kolrep-Poppe.

Falko Buchholz kommt immer mit, wenn sein Vater wählen geht, erzählte er. Darüber hinaus helfe seine Mutter im Wahlvorstand mit. Er war daher nicht zum ersten Mal in einem Wahllokal und weiß schon, wie die Wahl vonstatten geht.

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