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Klettern und schütteln für Bugaloo

Konstantin Schroth von Mundraub.org kletterte behände in die Alleebäume zwischen Haage und Senzke und schüttelte die reifen Äpfel herunter.
Konstantin Schroth von Mundraub.org kletterte behände in die Alleebäume zwischen Haage und Senzke und schüttelte die reifen Äpfel herunter. © Foto: MOZ/Euent
Rene Wernitz / 23.09.2014, 12:23 Uhr - Aktualisiert 23.09.2014, 22:57
Senzke (san) In der Allee zwischen Haage und Senzke konnte man am Wochenende Ungewöhnliches beobachten. Eifrige Menschen liefen zwischen den Apfelbäumen umher, rüttelten mit Hilfe von langen Stangen an den Ästen oder kletterten gar in die Baumkronen. Sie schleppten Planen und Jutesäcke mit sich herum und ließen sich auch von den unzähligen vorbei donnernden Treckern nicht aus dem Arbeitstakt bringen.

Die Leute gehörten zum zweiten Erntecamp, das von den Machern der Internetplattform Muundraub.org organisiert wurde und die Früchte für den im nächsten Jahr auf der BUGA angebotenen Saft BUGALOO liefern soll.

Dem Aufruf, bei der Ernte zu helfen, sind viele gefolgt und das nicht nur aus der Region. Den weitesten Anfahrtsweg hatte ein Helfer aus Rostock, den kürzesten zwei Frauen, die aus Landin mit dem Fahrrad angereist waren und die Pflücker für einige Stunden am Samstag unterstützten. Die Helfer mit einem längeren Anfahrtsweg, die sich für das ganze Wochenende angemeldet hatten, verbrachten die Nacht im Gemeindehaus in Haage, wo gezeltet wurde.

Während die Helfer Baum für Baum die Äpfel runter schüttelten, sortierten und in Jutesäcke packten, fuhren Mundraub-Initiator Kai Gildhorn und Kai Braß von der Mosterei in Ketzür die prallvollen Säcke zur Mosterei. "Wir wissen leider nicht, um welche Sorte es sich handelt und auch nicht, ob der Apfel lagerfähig ist. Daher wird die Ernte in den nächsten zwei Tagen gleich komplett zu Saft gepresst", erklärt Konstantin Schroth vom Mundraub-Organisationsteam die Eile.

Trotz der schweißtreibenden Arbeit und dem nicht immer guten Wetter, war die Stimmung im Team gut und alle motiviert dabei. "Wir wollen ja nicht nur die Äpfel für den BUGA-Saft sammeln, sondern gleichzeitig auch darauf aufmerksam machen, dass es diese Alleen hier noch gibt, aber keine Bäume mehr nachgepflanzt werden", erläutert Schroth einen weiteren Beweggrund für die Aktion. "In einigen Jahrzehnten wird hier nichts mehr stehen. Und Nachpflanzungen sind leider sehr umstritten."

Im ersten Erntecamp am 6. und 7. September hatte das Team bereits bei Fehrbellin eine alte Apfelplantage abgeerntet und dabei neun Tonnen Äpfel verschiedener Sorten eingesammelt. Um die erforderliche Menge für die geplanten 20.000 Liter Saft zusammen zu bekommen, müssen insgesamt etwa 30 Tonnen Obst in der Mosterei abgeliefert werden. In der Apfelallee sind am Wochenende mehr als sechs Tonnen dazu gekommen. Den Rest will man im Oktober einbringen. "Ein letztes großes Ding für den Bugaloo wird dann im Oktober starten, wenn die späte Sorte Ontario reif ist", war von Schroth zu erfahren. Das für das kommende Wochenende in Rathenow geplante Erntecamp wird leider ausfallen. Weitere Informationen auf mundraub.org.

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ohne saft keine kraft 28.09.2014 - 22:48:18

Kommt darauf an. Kennen Sie die besagte Straße zwischen Senzke und Haage?

Ich kenne sie nicht. Wenn ich auf Google Maps gucke kommt mir die Gegend aber so vor, als ob sich dort Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. So sehr man Ihre Bedenken teilen kann, aber zwischen einsamer Landstraße, Kreisstraße, Bundesstraße und Autobahn sollte man schon differenzieren. Dementsprechend kann es sehr wohl große Unterschiede hinsichtlich Schadstoffbelastung des Obstes geben.

B. Klafft 28.09.2014 - 21:46:09

Klettern und schütteln für Bugaloo

Wer sich für den eigenen Gebrauch an den Straßenrändern bedient und das Obst essen möchte , bitteschön. Aber dieser Saft soll verkauft werden. Ist das Obst an den Straßen heute nicht mehr mit Schadstoffen belastet? Trifft, wovor früher gewarnt wurde, nicht mehr zu? Kfz-Abgase nicht mehr relevant? Alles Bio oder was? Ich finde die Aktion fragwürdig!

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