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Löwen-Kinder spenden Mut

Fünf der sieben Vereins-Gründungsmitglieder: Peggy Zipfel (r.) und Kati Karney (4.v.r.) von der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Lars Wendland (2.v.r.), Uwe Kleiner (3.v.r.) von der Johanniter-Unfall-Hilfe und Kinderärztin Dr. Antje Nimtz-Talaska (2.v. l.). Mit d
Fünf der sieben Vereins-Gründungsmitglieder: Peggy Zipfel (r.) und Kati Karney (4.v.r.) von der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Lars Wendland (2.v.r.), Uwe Kleiner (3.v.r.) von der Johanniter-Unfall-Hilfe und Kinderärztin Dr. Antje Nimtz-Talaska (2.v. l.). Mit d © Foto: Heinz Köhler
Martin Stralau / 01.12.2014, 00:03 Uhr
Frankfurt (MOZ) Die Kinderhospizarbeit in Frankfurt geht auch nach dem Rückzug der Björn-Schulz-Stiftung weiter. Am Sonnabend stellte das Netzwerk Löwen-Kinder bei einem Tag der offenen Tür seine Angebote vor, die sich an Betroffene aus Frankfurt und den Landkreisen Märkisch-Oderland und Oder-Spree richten.

Nach monatelangen Verhandlungen ist es der Liga der Wohlfahrtsverbände in Frankfurt gelungen, ein Netzwerk aufzubauen, das die Kinderhospizarbeit in der Stadt und für die angrenzenden Landkreise fortführen kann. "Es ist für uns alle ein sehr emotionaler Tag", sagte Liga-Chefin Peggy Zipfel bei der Vorstellung der Löwen-Kinder. "Als wir im Mai von der Schließung des Kindertageshospiz Sonnentag erfuhren, war das ein Schock. Wir haben gesagt, dass wir nicht zulassen können, dass diese Einrichtung schließt. Hier sind über 150 000 Euro an Spendengeld hineingeflossen", sagte Zipfel. Die Björn-Schulz-Stiftung hatte das Haus in der Heilbronner Straße 1 im Sommer aus finanziellen Gründen geschlossen.

Vor Ort soll jetzt zunächst mit einem Beratungsangebot für betroffene Familien gestartet werden. "Man muss über die Krankheit, den Krebs, reden und sich austauschen können. Wir wollen hier ein Forum bieten", sagte Kinderärztin Dr. Antje Nimtz-Talaska. Ein zweiter wichtiger Part für die Löwen-Kinder, die sich ausschließlich durch Spenden finanzieren, sei die Trauerarbeit. Geplant ist dafür unter anderem ein Trauercafé. "Und perspektivisch wollen wir dann auch wieder Hospizarbeit anbieten für Kinder, die hier stunden- oder tageweise im Haus betreut werden können", erklärte Nimtz-Talaska, die neben Unternehmer Torsten Seiring, Kati Karney und Peggy Zipfel von der AWO, Uwe Kleiner von der Johanniter-Unfall-Hilfe, Lars Wendland und dem Klinikum Gründungsmitglied der Löwen-Kinder ist.

"Das Wort Kinderhospiz wollen wir am liebsten streichen. Denn unser Angebot richtet sich nicht nur an Kinder und Jugendliche mit lebensverkürzenden Krankheiten. Wir wollen auch für heilbare Kinder da sein", sagte Lars Wendland, dessen Sohn Laurin in diesem Jahr die Diagnose Krebs erhielt. "Laurin hat von seinen Freunden einen Stofftier-Löwen bekommen. Auf dem steht "Sei stark wie ein Löwe'. Daraus ist dann der Name Löwen-Kinder entstanden."

Im Januar soll der Verein gegründet werden. Bis dahin hat der AWO-Bezirksverband Brandenburg Ost alle mit der Arbeit verbundenen rechtlichen Pflichten übernommen. "Mitglied bei den Löwen-Kindern kann jeder werden, Privatpersonen ebenso wie Unternehmen", sagte Kati Karney, die allen Initiatoren für "ihre Kraft, ihren Mut und ihre Zuversicht" dankte, mit der sie die Aufgabe angegangen seien. "Ein Dank geht auch an das Klinikum, das uns die Miete für das Haus spendet."

Betroffenen Familien wollen die Löwen-Kinder aber nicht nur in der Heilbronner Straße helfen. Der Regionalverband Oderland-Spree der Johanniter-Unfall-Hilfe hat zugesichert, eine mobile ambulante Betreuung bei den Familien zu Hause und einen Kinderhospizdienst anzubieten. "Dafür suchen wir noch ehrenamtliche Helfer", sagte Uwe Kleiner, Regionalvorstand der Johanniter.

Finanzielle Unterstützung bekommen die Löwen-Kinder unter anderem von Torsten Seiring. Der Frankfurter Werbefachmann hat an der Fußgängerbrücke zwischen Oderturm und Lenné Passagen eine fast 20 Quadratmeter große Video-Leinwand anbringen lassen. Von den Einnahmen der dort laufenden Werbung will er jeweils bis zu fünf Prozent für die Löwen-Kinder spenden.

Spendenkonto der Löwen-Kinder: AWO Bezirksverband Brandenburg OST e.V. IBAN: DE89 1705 5050 3202 0171 94; BIC: WELADED1LOS; Sparkasse Oder-Spree; Verwendungszweck: "Löwen-Kinder FFO." Weitere Infos im Internet unter www.loewenkinder-ffo.de; Tel. 0335 56 57 49 - 10; E-Mail: hilfe@loewenkinder-ffo.de

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