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Mittendrin bedankt sich für "Liebesbrief" der CDU

Markus Kluge / 19.02.2015, 18:33 Uhr
Neuruppin (RA) An Silvester wollte die Polizei Feiernde des linken Wohnprojekts "Mittendrin" von der Straße vertreiben - gegen Mitternacht, wo ohnehin überall die Hölle los ist. Es kam zu einer Auseinandersetzung, Böller flogen in Richtung der Bereitschaftspolizei, es gab eine Festnahme. Ein anderer Böllerwerfer flüchtete ins Haus.

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hat den Polizeieinsatz im Rahmen der Beantwortung einer kleinen Anfrage im Landtag kürzlich als erforderlich und rechtmäßig beschrieben. Er sei unter "Beachtung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes durchgeführt worden". Grund für den Einsatz war unter anderem, dass Fahrzeuge der Feuerwehr im Ernstfall den Kreuzungsbereich nicht hätten überqueren können, hieß es in Schröters Antwort weiter.

Die CDU Ostprignitz-Ruppin rief den alternativen Verein diese Woche dazu auf, keine Straftäter zu decken und bei der Aufklärung etwaiger Straftaten zu kooperieren. "Das Mittendrin wird als Verein unter anderem aus öffentlichen Geldern finanziert", so der CDU-Kreisvorsitzende Jan Redmann. Mit der Aktion auf der Straße hätten die jungen Leute "die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in Neuruppin gefährdet. Dies ist verantwortungslos und nicht hinnehmbar."

Das Mittendrin antwortet der CDU mit einem frech-ironischen Unterton: "Geliebte Freundinnen und Freunde von der CDU. Wir haben uns sehr über euren Liebesbrief gefreut." Weiter heißt es in der Pressemitteilung: "Die Sache an Silvester ist wirklich blöd gelaufen. Wir haben auf jeden Fall verstanden, dass Ruhestörung an Silvester kurz vor Mitternacht eine ernstzunehmende Sache ist. Das wird nächstes Mal sicher alles ganz anders laufen." Zudem verweist der Verein darauf, dass in den vorangegangenen Jahren auch schon auf der Straße gefeiert wurde, und dabei "für Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen und allgemein alle anderen Fahrzeuge im Bedarfsfall die Straße sofort freigegeben" wurde. Der Verein wünscht sich "beim nächsten Mal" lieber einen Streifenwagen mit "Beamten und Beamtinnen, die eine klare Ansage machen" als "so ein Großaufgebot". Das käme "bei die Kids auch viel besser an".

Derweil haben Zeugen dem RA berichtet, dass in der Silvesternacht auch in Teilen des Neuruppiner Neubaugebietes möglicherweise gefährliche Pyrotechnik eingesetzt wurde. Personen sollen ebenfalls beschossen worden sein. Polen-Böller waren zu hören.

Bei der Polizei beschwert hatte sich darüber allerdings niemand. Sprecherin Dörte Röhrs teilte mit, es habe in dem Stadtbereich keinerlei Einsätze wegen Verstoßes im Umgang mit Pyrotechnik gegeben.

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