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Gabriele Rataj 17.02.2016 07:18 Uhr
Red. Strausberg, strausberg-red@moz.de

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Kleinbahn auf Weltreise

Buckow/Erlangen (MOZ) Als Andreas Hauschild vom Verein Museumsbahn Buckower Kleinbahn Mail-Post aus Bayern bekommt, staunt er nicht schlecht. Noch überraschter ist der für den Internet-Auftritt des Vereins Zuständige aber über den fotografischen Anhang.

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Auf freiem Damm: ein Triebwagenzug der Buckower Kleinbahn um 1930 herum. Eine Postkarte mit dieser fotografischen Ansicht ist kürzlich durch Günther Klebes bei einer Internet-Auktion ersteigert worden. Laut Kommentar aus dem Buckower Museumsbahn-Verein be

© Günther Klebes

"Hallo! Ich komme!" aus Südafrika - so beginnt die Botschaft, mit der Günther Klebes aus Erlangen Andreas Hauschild vom Verein Museumsbahn Buckower Kleinbahn, aber auch die regionale Tageszeitung bedacht hat. Damit meint der Mann aus dem fränkischen Erlangen keinesfalls sich selbst, sondern die Postkarte, die ihn auf Umwegen aus Südafrika erreichte.

Diese zeigt auf der Vorderseite eindeutig einen Streckenteil der Buckower Kleinbahn samt Triebwagenzug in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts, wie es Bahn-Fan und -Kenner Günther Klebes auch festgestellt hat: "Diese Aufnahme muss um 1930 kurz nach der Umspurung von Schmal- auf Normalspur entstanden sein. Gleichzeitig wurde die Strecke elektrifiziert."

Bevor eine solche Rarität bei dem Eisenbahnfreund in seiner umfangreichen Sammlung von Eisenbahn-Motiv-Postkarten bis zu Bahnuniform-Mützen landen konnte, musste sie demnach erst noch die weite Reise aus Südafrika nach Deutschland unternehmen.

Der 67-Jährige, der nach eigenem Bekunden begeistert alles das sammelt, "was mit der Bahn zu tun hat - außer echten Lokomotiven", war bei seiner Suche nach neuen Sammlerobjekten kürzlich bei einer luxemburgischen Internet-Auktion auf jenes vermutliche Unikat aufmerksam geworden.

Die Postkarte sei in Halle an der Saale verlegt und im Jahr 1942 von Friedeberg Ostbahnhof nach Rösslerova im Isergebirge versandt worden, gibt er an. Auf unerklärlichen Wegen sei die Karte dann zu einem Anbieter aus Südafrika gelangt, der sich an der Internat-Auktion beteiligt hatte. Klebes bot als Einziger und ersteigerte das gute Stück für nicht mal zwei Euro. "Die Portokosten für einen eingeschriebenen Luftpostbrief waren da erheblich höher als der Karten-Preis selbst", schreibt er.

Und kurioser können Sammlerstücke kaum sein, denn Klebes jüngste Errungenschaft lässt selbst Profis unter den Sammlern und Eisenbahnfreunden stutzen. Diese Ansicht ist sogar beim Kleinbahnverein unbekannt.

"Das ist einfach toll", kommentiert Andreas Hauschild vom Museumsbahn-Verein das entdeckte Fundstück. "Eine solche Aufnahme mit Blick auf die Strecke habe ich noch nie gesehen, nur bekannte Karten mit Fotos aus der Eröffnungszeit, die wir auch im Museum zeigen."

Der Buckower, der den Internet-Auftritt seines Vereins betreut und selbst leidenschaftlicher Museumsbahner der ersten Stunde ist, hat auch den einzusehenden Streckenabschnitt der von Müncheberg nach Buckow und zurück führenden Kleinbahn identifiziert. "Das ist eindeutig der Bahndamm am Schwarzen See, keine hundert Meter vom Bahnübergang entfernt. Ich glaube, das müsste Kilometerstein 4,3 sein." Am liebsten hätte Hauschild die Ansicht für den nächsten Saison-Fahrplan verwendet, doch der sei schon weggebracht. Überdies benötigt der Verein dafür auch die Zusage des Sammlers aus Erlangen.

Bei dem stehen zu Hause neben Alben voll einschlägigen Telefonkarten, Briefmarken, zahllosen selbst geschossenen Fotos mit Bahn-Motiven auch Modelle und mittlerweile 65 historische Uniformmützen - sogenannte Rotkäppchen. Daneben arbeitete er als Schulbusfahrer und ehrenamtlich bei der Bahnhofsmission, teilt Günther Klebes mit. Als Hobby nennt er Bahnfahren, selbst auf Hochzeitsreise vor 32 Jahren mit dem Glacier-Express. Und selbstverständlich sei er auch schon mit der Bahn durchs Märkische Land gereist.

Seine Sammellust für Bahn-Karten sei übrigens kein Einzelfall, erzählt er. "Es gibt sogar eigene Ausstellungen für Eisenbahn-Postkartensammler."

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