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Siegmar Trenkler 14.12.2016 19:09 Uhr
Red. Neuruppin, lokales@ruppiner-anzeiger.de

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Neonazi-Attacke in Wittstock

Wittstock (RA) Ein 24-Jähriger aus dem Gazastreifen und ein 32-jähriger Ägypter sind am Morgen des 4. Dezember von drei Männern in Wittstock verfolgt und attackiert worden. Die Polizei geht von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus - die Verdächtigen riefen rechtsextreme Parolen.

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Die drei Tatverdächtigen - zwei 35-Jährige und ein 39-Jähriger - verletzten ihre Opfer bei dem Aufeinandertreffen in der Königsstraße gegen 3.20 Uhr so schwer, dass die beiden sich im Anschluss ärztlich behandeln lassen mussten. Die mutmaßlichen Täter hatten ihre Opfer zuvor durch die Stadt verfolgt. Dabei sollen die Tatverdächtigen ausländerfeindliche Parolen gerufen haben.

Das Amtsgericht Neuruppin hatte auf Antrag der Staatsanwaltschaft Neuruppin die Durchsuchung der Wohnungen der drei angeordnet und Haftbefehle wegen des Verdachts der gemeinschaftlichen Volksverhetzung sowie der gefährlichen Körperverletzung gegen zwei Männer erlassen.

Am Mittwochmorgen durchsuchten Polizisten die Räume. Dabei wurde nach Polizeiangaben umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Dazu gehörten als Zufallsfund Waffen, die möglicherweise bei der Tat mitgeführt wurden, strafbare Propagandaschriften sowie ein weiterer, nicht näher bezeichneter gefährlicher Gegenstand. Nun werden zusätzlich Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und wegen des Verbreitens verfassungsfeindlichen Propagandamaterials eingeleitet.

Bei den zwei 35-Jährigen wurden die Haftbefehle vollstreckt. Sie sind bereits polizeilich bekannt. Einer von ihnen war der Landesgruppenchef der mittlerweile verbotenen "Weisse Wölfe Terrorcrew". Die Männer wurden am Mittwoch einem Ermittlungsrichter in Neuruppin vorgeführt, der die Unterbringung in der Untersuchungshaft in Justizvollzugsanstalten anordnete.

Die Polizei war bei Ermittlungen zu einem anderen Fall auf die Attacke gestoßen. Die Neonazis hatten nach Medienberichten angegeben, zuerst von den Ausländern angegriffen worden zu sein.

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