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Erhard Herrmann 20.04.2017 17:33 Uhr
Red. Brandenburg/Havel, redaktion-brb@brawo.de

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Frischer Spargel und neue Ausstellungen

Mötzow (MZV) Ein Besuch auf dem Domstiftsgut lohnt sich ab jetzt wieder doppelt. Am Karfreitag öffnete die Gastronomie ihre Tore wieder zum traditionellen Spargelbuffet. Zum anderen zeigen drei Brandenburger Künstler in der Kunstmühle ihre Werke. Einst war Spargel nur etwas für bessere Leute. Heute können ihn sich auch "Normalbürger" leisten und das, obwohl die Ernte viel Handarbeit mit sich bringt und nur die alljährliche Arbeitsspitze ist. Spargelanbauer müssen ihre Anlagen das ganze Jahr über hegen und pflegen. Rund 1500 Arbeitsstunden brauche es, um den Spargel auf einem Hektar Land zu ernten und für den Verkauf aufzubereiten. Bei einem Durchschnittsertrag von 5000 Kilogramm pro Hektar komme man leicht auf einen fixen Personal-kostenblock von 2,50 Euro pro Kilo, die auf dem Markt erst einmal wieder reingeholt werden müssten. Das wirtschaftliche Risiko ist das eine. "Das größere Problem mit dem wir als Landwirte kämpfen, ist das schlechte Image", bedauerte Gutspächter Heinrich Thiermann. Ganz schnell wird der Bauer beziehungsweise Landwirt als Massentierhalter, Umwelt- oder Artenvielfalt-Vernichter angeprangert. "Und es scheint, man kann es niemandem mehr recht machen", so Thiermann weiter. Dabei sind die Erzeuger meist schuldlos in die Zwickmühle geraten. Der Grund ist die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft um dem Verbraucher gerecht zu werden. Wer nicht mitzieht, erhält dafür oft Anerkennung aber bleibt irgendwann auf der Strecke. Die stetig zunehmende Nachfrage nach günstigen Lebensmitteln zwingt dazu, immer schneller, kostensparender und in größeren Mengen zu produzieren. Wie auch der Spargel in der Region Brandenburg. Der Gesamtertrag lag im Vorjahr bei 19.600 Tonnen, die größte Erntemenge seit 1991. "Unser Spargel ist in diesem Jahr sehr früh dran und recht kostengünstig. Um auch in den nächsten Jahren bezahlbaren Spargel aus der Region anzubieten, ist die Abdeckung der Spargelfelder mit der Folie notwendig", bekräftigte Thiermann. Rückendeckung bekommt er dafür unter anderem von Brandenburgs Agrarminister Vogelsänger. Die langen Schlangen vor den Verkaufsständen mit Spargel aus der Region beweisen, dass das königliche Gemüse immer noch sehr beliebt ist. Kein Wunder denn mit gerade mal 0,1 Prozent Fett, 0,3 Prozent Zucker und 2 Prozent Kohlenhydraten perfekt für die Bikini-Diät. Neben der Eröffnung der Spargelsaison zeigt die Kunstmühle quasi vom Keller bis zum Dachboden gleich drei neue Ausstellungen. Als guter Beobachter des Alltags nimmt der Karikaturist Paul Pribbernow, den BRAWO-Leser von seinen wöchentlichen Zeichnungen "mit spitzer Feder" kennen, neue unsinnige Trends, alte menschliche Schwächen und politische Dummheiten aufs Korn. In seinem letzten Jägerlatein-Band zeichnet der Radeweger mit schwarzem Humor zur Jägerei. So stampft ein Wildschwein in Frauengestalt durch den Wald und schimpft: "Pilzsammler, überall nur Pilzsammler." Eigentlich bieten seine Zeichnungen in "Schwarz-Weiß" schon eine erfrischende Satire. Seine Ausstellung unter dem Titel "Bitte mal lachen" bietet viele colorierte Zeichnungen. Mit der Fotokamera ist Ina Tessnow unterwegs. Sie hält Landschaften, Orte, Besonderheiten, und Szenen fotografisch fest. Ihre eigene Sicht der Dinge zeigt sie in "Grüße aus der Mark - Fotografie mal anders". Die Kunstmühle in Mötzow ist bestrebt Künstlern aus der Region eine Plattform zu bieten. "Momente des Glücks", dies ist der Titel der Ausstellung von der Brandenburger Malerin Marion Nohse. In einer eigenen Formen- und Farbensprache abstrahiert die Künstlerin überwiegend naturalistische Motive. Viele sind in unterschiedlichen Formaten gemalte Acryl-Blumenporträts. Kräftige Farben symbolisieren dabei das Entfliehen aus dem tristen Grau des Winters. Die Ausstellungen sind täglich von 11 Uhr bis 18 Uhr zu sehen. Am 1. Mai wartet dann auf die Besucher auf dem Domstiftsgut jede Menge Maibowle und das Bockbierfest.

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"Bitte mal lachen": Beim Betrachten der Satire von Paul Pribbernow hat man jede Menge Grund dazu.

© MZV
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