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Polizei fährt nach Brandanschlag auf vier Autos verstärkt Streife

Noch fehlt jede heiße Spur

Unter der Motorhaube ausgebrannt: Auch diese beiden VW Golf sind nur noch Schrott. Sie standen auf dem Parkplatz zwischen Einkaufszentrum und Turnhalle.
Unter der Motorhaube ausgebrannt: Auch diese beiden VW Golf sind nur noch Schrott. Sie standen auf dem Parkplatz zwischen Einkaufszentrum und Turnhalle. © Foto: MOZ/Sven Klamann
Sven Klamann / 15.07.2014, 20:40 Uhr
Eberswalde (MOZ) Nach dem Brandanschlag im Brandenburgischen Viertel, bei dem in der Nacht zum Freitag drei Autos zerstört und ein Lastkraftwagen beschädigt wurden, fährt die Polizei im Wohngebiet häufiger Streife. "Ein solches Ereignis bleibt nicht ohne Folgen für uns", sagt Ingo Heese, Sprecher der Polizei-Direktion Ost in Frankfurt (Oder). "Wir sind auf der Hut", fügt der Beamte hinzu. Noch fehle den Ermittlern von der Kripo aber die für die Aufklärung der Strafttat entscheidende heiße Spur, räumt der Sprecher weiter ein. Und weist damit in Eberswalde kursierende Erzählungen über rasche Fahndungserfolge ins Reich der Spekulation. Ob es ihm damit gelingt, das Brodeln in der Gerüchteküche abzustellen?

Die Motorräume zweier VW Golf und eines Ford Transit waren gegen 2 Uhr in der Nacht restlos ausgebrannt, ein Daimler Benz-Lkw hatte erst Feuer gefangen, als Eberswaldes Brandschützer bereits begonnen hatten, die Flammen zu bekämpfen, die aus den drei anderen Autos kamen.

Nicht nur vielen Anwohnern drängten sich nach der Schreckensnacht Vergleiche mit Berliner Verhältnissen auf. Dies könnte die Rache der militanten Antifa-Szene aus der Hauptstadt dafür sein, dass es Eberswaldes Stadtverordnete im Dezember 2012 ablehnt hatten, eine Straße nach Amadeu Antonio zu benennen, wird im Internet vermutet. Der Vertragsarbeiter aus Angola war im Dezember 1990 nach einem rassistisch motivierten Überfall an den dabei erlittenen schwersten Verletzungen gestorben. Allerdings fiel damals auch der Beschluss, das im Bau befindliche Bürgerbildungszentrum nach dem ersten Opfer rechtsradikaler Gewalt in Ostdeutschland zu benennen. Die Übergabe des Hauses steht am 9. August bevor. Ein anderer Besucher der MOZ-Internetseite warnt indes vor Panikmache und davor, die Angst unter den Anwohnern weiter zu schüren.

Für den Stadtverordneten Carsten Zinn, der unweit des Tatorts zu Hause ist, rücken jetzt Fragen der Prävention in den Vordergrund. Der Kommunalpolitiker erneuert seine Forderung nach einer dauerhaft erhöhten Polizeipräsenz. "Außerdem sollte der Parkplatz über Nacht besser ausgeleuchtet werden", findet Carsten Zinn.

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