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Kerstin Unger 21.04.2017 06:50 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

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Frauenhagen in der Klemme

Frauenhagen (MOZ) Finanzielle Probleme bewegen den Ortsbeirat und den Dorfverein in Frauenhagen. Die Kosten für ihre Heimatstube im ehemaligen Gutshaus wachsen den Frauenhagenern über den Kopf. In der jüngsten Ortsbeiratssitzung baten sie den Angermünder Bürgermeister um Hilfe.

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Seit zehn Jahren besteht die Heimatstube. "In mittlerweile vier Räumen stellen wir das dar, womit sich die Frauenhagener in der Vergangenheit beschäftigten, von Haushaltsgeräte über landwirtschaftlichen Geräten bis zu 40 Jahren DDR", berichtete Ortsvorsteher Gerhard Scholze. Vor zwei Jahren wurde eine Schulstube eingerichtet. Die Heimatstube werde sehr gern angenommen. Zum Tag der offenen Tür kommen immer viele Besucher, die auch mit Kaffee und Kuchen bewirtet werden. Im Haus kann man Veranstaltungen und Familienfeste durchführen. Im Gästebuch stünden viele nette Worte.

Doch das Ganze ist nicht einfach zu finanzieren, sagte Gerhard Scholze. Der Dorfverein arbeitet ehrenamtlich. 600 Euro zahlt er jährlich an Bewirtschaftungskosten an die Stadt. "Wir haben keine extra Zähler für Heizung und Licht, verbrauchen aber wenig."

Der Betrag sei so vereinbart worden, als es dem Dorfverein nicht so weh tat. "Die finanzielle Lage war mal besser", erklärte der Ortsvorsteher. "Doch seit dem vergangenen Jahr wurden die Zuschüsse vom Windkraftbetreiber eingestellt." Die 8000 Euro fehlen nun. Von zwei Euro Monatsbeitrag von jeden der 75 Vereinsmitglieder könne man keine großen Sprünge machen. "Zum Jahreswechsel haben wir den Beitrag schon um einen Euro erhöhen müssen", sagte der vereinsvorsitzende Yves Matschke. "Unser Finanzplan 2017 ist auf Kante genäht. Wir können gerade die Ausgaben decken, wenn wir kein Großereignis wie das Traktorentreffen haben."

Zum Vereinshaus gehört auch eine Gaststätte, die bis 2016 verpachtet war und in deren Saal der Verein investiert hat. Der Pächter hat dann gekündigt. Der Verein wollte den Saal am Leben erhalten, zahlt aber jetzt die Zeche der Betriebskosten.

Die Frauenhagener baten den Angermünder Bürgermeister Frederik Bewer, die 600 Euro zu erlassen oder zumindest zu minimieren. Mit dem Gedanken, Eintrittsgeld für die Museen zu nehmen, könne man sich nicht recht anfreunden, sagte Gerhard Scholze. "Dann können wir zumachen."

Doch das wird wohl der Weg sein, um die Räume künftig halten zu können, meinte der Bürgermeister. "Es kommen viele Vereine mit der Bitte, Kosten zu erlassen oder durch die Stadt zu übernehmen. Es steht die Frage: Wie gehe ich grundsätzlich damit um? Wir haben mehr als 100 Vereine in der Stadt. Die will man gleich behandeln, wenn auch je nach Einzelfall", so der Bürgermeister. Er wolle mehr über den Verein und die Finanzen wissen und auch darüber, wie sich der Dorfverein um eine Geldeinnahme bemüht. Auch wenn die Stadt eine finanzielle Unterstützung versage, habe das nicht mit mangelnder Wertschätzung zu tun. Er will die Tatsachen kennenlernen, ehe er eine Entscheidung trifft.

Am Mittwoch fand nun ein Treffen statt, bei dem Yves Matschke die Situation und das Engagement des Dorfvereins darlegte. "Ich hatte den Eindruck, dass es eine sehr sorgsame Finanzplanung gibt und durch den Wegfall der Zahlung definitiv eine Lücke entstanden ist, die nicht von heute auf morgen durch Sponsoren geschlossen werden kann", berichtete der Bürgermeister. Er will in der nächsten Dienstberatung das Thema ansprechen und vorschlagen, Frauenhagen vielleicht für ein halbes oder ganzes Jahr Zeit geben, in Eigeninitiative eine Lösung zu finden. "Auch wenn es keine dauerhafte Entscheidung wäre, kann es ein gutes Zeichen vonseiten der Stadt sein", sagt er.

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