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Müll, Graffiti und erste Kontakte

Heike Jänicke / 21.04.2017, 07:00 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Eingeschlagene Fensterscheiben, herumliegender Müll, besprühte Wände, laute Musik - die Sauberkeit und Ordnung am Bahnhof lässt noch zu wünschen übrig. Davon hat Quartiersmanagerin Irmgard Roth am Mittwoch im Bildungsausschuss berichtet.

"Die Quartiersmanagerin ist im Bahnhof eingezogen", verkündete Irmgard Roth mit Freude den Mitgliedern des Ausschusses für Kultur, Bildung, Soziales, Jugend und Sport. Erst seit wenigen Wochen hat die Geschäftsführerin des Vereins zur Förderung von Beschäftigung und Qualifizierung (VFBQ) dieses Amt inne. Ihr Büro befindet sich jetzt in den Räumen der früheren Galerie, rechts neben dem Eingang zur Bahnhofshalle. Irmgard Roth ist dienstags und donnerstags jeweils von 12 bis 15 Uhr vor Ort. Und sie erwarte dringend Gäste. Schließlich wolle sie ins Gespräch kommen, mit Anwohnern und jenen, die den Bahnhof als Treffpunkt nutzen.

Die Stadt Bad Freienwalde hat das Bahnhofsgebäude erworben und will es mit Mitteln aus dem Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt" zu einem Treffpunkt für verschiedene Alters- und Interessengruppen ausbauen.

Sie habe schon viele gute Hinweise von Bürgern bekommen, informierte sie, und gehe diesen nach. Vor allem was die Sauberkeit und Ordnung betrifft. Die sei erschreckend schlecht, gab Irmgard Roth zu. Drei Gruppen halten sich ihren Beobachtungen zufolge am Bahnhof auf. Das sind zum einen Fußball spielende Jungs, die offenbar die Fensterscheiben der früheren Museumskneipe im linken Teil des Gebäudes als Zielscheibe nutzen. Bereits am Mittwoch habe sie erneut feststellen müssen, dass Scheiben demoliert worden seien, berichtete sie. Die zweite Gruppe sind junge Leute über 18 Jahre, die sich am Bahnhof treffen und ihr Bier trinken. "Und was sie essen, sieht man, wenn sie den Platz verlassen haben", schob sie hinterher. Hinzukommt die Gruppe der Asylbewerber, die sich am Eingang des Bahnhofgebäudes niederlassen und mit lauter Musik Anwohner stören. Es habe mehrere Beschwerden gegeben. Versuche ihrerseits, auf die Störenfriede einzuwirken, seien bisher fehl geschlagen, wohl auch wegen der Sprachbarriere.

Auffällig ist zudem die große Zahl der Graffiti. 21 hat Irmgard Roth am Bahnhofsgebäude und den Nebengebäuden gezählt. 14 stammen allein von einem Sprayer. Das Ordnungsamt der Stadt und die Polizei, die übrigens eine höhere Präsenz vor Ort zeige, seien darüber informiert. Ebenso über die Tatsache, dass Leute, die sich am Bahnhof längere Zeit aufhalten, mangels einer Toilette größere Einweckgläser für ihre Notdurft nutzen.

Doch Irmgard Roth konnte auch von erfreulicheren Entwicklungen berichten. So hat sich die Stiftung SPI, die das Jugend-, Kultur-, Bildungs- und Bürgerzentrum "OFFi" in Bad Freienwalde betreibt, an sie gewandt. Die Stiftung würde gern das Eltern-Kind-Zentrum im Bahnhofsgebäude etablieren. Sie habe der Stiftung geraten, über eine Nebenstelle im Bahnhof nachzudenken. Ein Teil der Jugend halte sich ja bereits dort auf, so Irmgard Roth. Außerdem will eine Selbsthilfekontaktstelle im Bahnhof Quartier beziehen. Mit dieser und einem vorgeschlagenen Lese-Café ließen sich gute Synergien schaffen. Eine für das Bahnhofsfest am 1. Mai geplante Ausstellung über historische Ansichten des Bahnhofs könnte, so die Vorstellung von Irmgard Roth, über das Fest hinaus stehen bleiben. So würden die Räumlichkeiten ein Gesicht bekommen.

Hanno Hemm (CDU) begrüßte die Arbeit von Irmgard Roth. Vor allem, weil sie sich nicht nur um den Bahnhof kümmere, sondern das Umfeld einbeziehe und alle Altersgruppen anspreche. Bürgermeister-Kandidat Hermann Winking (parteilos) regte an, die Jugendlichen zu integrieren. "Wenn Polizei da ist, wird schnell Druck aufgebaut", so seine Erfahrung.

Bis Juni muss die Ideenfindung abgeschlossen sein. Dann soll der Bauantrag für den Umbau des Bahnhofsgebäudes gestellt werden. Wer sich aktiv am Bahnhof einbringen möchte, hat dazu bereits morgen Gelegenheit. Dann findet der 6. Freiwilligentag statt. Schwerpunkt ist das Bahnhofsumfeld.(Seite 16)

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