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Marco Marschall 21.04.2017 07:00 Uhr
Red. Eberswalde, eberswalde-red@moz.de

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Mein Pauker, der Holztechniker

Eberswalde (MOZ) Etwa 3000 Lehrkräfte werden allein bis Ende 2019 in Brandenburg gesucht. Das Bildungsministerium klappert deshalb die Hochschulen ab. Am Mittwoch war der Hörsaal auf dem Eberswalder Stadtcampus rappelvoll. Der Beruf scheint für viele eine willkommene Alternative.

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© MOZ/Thomas Burckhardt

Nach und nach füllen sich die Sitzreihen an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE). Nachzügler nehmen später auf den Treppenstufen des Saals Platz. Mittendrin drei junge Männer, die an der HNE Holztechnik studieren. Eigentlich ein ziemlich spezielles Fach. Wo ist da die Schnittstelle zur allgemeinbildenden Schule? "Gerade im Grundstudium sind Mathematik und Chemie Schwerpunkte", beantwortet der 31-jährige Axel Mund die Frage kurzerhand. Der Lehrerberuf sei eine Alternative, meint sein Nebenmann.

Und auch Referentin Evelyn Junginger sieht in der fachlichen Ausrichtung der Eberswalder Hochschule kein Hindernis. "Auch der berufsbildende Bereich sucht Leute", sagt sie. Nicht allein Grund- und weiterführende Schulen litten unter dem Lehrkräftemangel, der das Brandenburgische Ministerium für Bildung, Jugend und Sport zum Handeln zwingt. "Quereinstieg" heißt das Rezept, das die Referentin in Sachen Lehrerbildung und Qualifizierung aber nicht gerade euphorisch agieren lässt. Mit etwas besorgter Miene macht Evelyn Junginger aufs dringend benötigte Personal aufmerksam. Aber auch darauf, für wie wichtig sie bestimmte Qualitätsstandards erachtet.

Doch es hilft nichts. Brandenburg brauche Lehrer, gerade mit Blick auf den harten Konkurrenzkampf mit Berlin. "Jeder, der die Ausbildung mitbringt und sich für geeignet hält, sollte sich bewerben", sagt die Referentin deshalb. Ausbildung heißt: ein universitärer Hochschulabschluss, der den Einsatz in mindestens zwei Fächern zulässt. Das Beschäftigungsverhältnis wird individuell mit dem staatlichen Schulamt ausgehandelt. Und schon kann es losgehen. Der Quereinsteiger darf vor die Klasse treten, werde "ins kalte Wasser geworfen und müsse erst mal schwimmen", wie Evelyn Junginger sagt. "Die Schüler aber auch", macht ein Student seine Zweifel am Experiment deutlich. Denn das Pädagogische, Didaktische fehlt. "Dass das mit Hürden und auch Niederschlägen verbunden sein kann, ist leider einfach so", sagt die Referentin. Deshalb gebe es ein Supervisions- und Beratungssystem für die Quereinsteiger.

Die Frau vom Bildungsministerium macht auch deutlich, dass die grundständige Lehramtsausbildung der Zugang zum Beruf bleibt. Doch derzeit haben auch Seiteneinsteiger die Möglichkeit, das Lehramt zu erwerben. Mindestens sechs Monate muss man dafür erfolgreich in der angestrebten Schulstufe arbeiten. "Nicht dass die Schüler schreiend davonrennen und der Schulleiter die Hände über dem Kopf zusammenschlägt", sagt Evelyn Junginger. Außerdem muss der Hochschulabschluss ein Master, Magister oder Diplom sein. Der Bachelor genügt nicht.

Ist der Seiteneinsteiger geeignet, bleibt er 24 Monate an der Schule und wird einem Studienseminar zugeordnet, was ganztägig einmal die Woche stattfindet. 50 Ausbildungsplätze stehen in Brandenburg zur Verfügung. Am Ende warte die Staatsprüfung. Wird sie bestanden, ist der Quereinsteiger Lehrer, wie jemand der ein normales Lehramtsstudium absolviert hat. Bundesweit anerkannt.

Die Variante ist nur ein Weg zum Beruf, den Evelyn Junginger am Nachmittag aufzeigt. Mehr zum Seiteneinstieg unter www.mbjs.brandenburg.de

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