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"Ungefrühstückt" zum Großeinsatz

Wasser marsch: Neuenhagener Feuerwehrleute beim "Erstangriff" auf dem Feld.Fotos (2): MOZ/Uwe Spranger
Wasser marsch: Neuenhagener Feuerwehrleute beim "Erstangriff" auf dem Feld.Fotos (2): MOZ/Uwe Spranger © Foto: Uwe Spranger
Uwe Spranger / 20.10.2014, 05:04 Uhr - Aktualisiert 20.10.2014, 08:40
Müncheberg (MOZ) Knapp 150 Feuerwehrleute aus dem gesamten Landkreis haben am Sonnabend bei Müncheberg den Ernstfall geprobt. Die Brandschutzeinheit Märkisch-Oderland kämpfte gegen einen vermeintlichen Feldbrand an, der auf einen nahen Wald überzugreifen drohte.

"Vor ungefähr fünf Jahren haben wir die letzte derartige Übung gemacht", berichtete Hartmut Sommer, der sich beim Fachdienst Zivil-, Brand- und Katastrophenschutz der Kreisverwaltung um die Feuerwehren kümmert. Mit seiner Amtsleiterin Dajana Richter vom Rechts- und Ordnungsamt verfolgte er das mehrstündige Treiben, griff aber nicht ein.

Übung der Brandschutzeinheit Märkisch-Oderland bei Müncheberg
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Feuerwehrübung Schlagenthin

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Bereits am frühen Morgen waren die Feuerwehrleute aus Buckow, Eggersdorf, Klosterdorf, Müncheberg, Neuenhagen, Petershagen, Rüdersdorf, Strausberg, Altfriedland, Alt Zeschdorf, Dolgelin, Seelow, Altranft, Bad Freienwalde, Hohenwutzen, Neulewin und Neutrebbin alarmiert worden. "Mich haben sie aus dem Bett geholt", berichtete ein Neulewiner. "Ungefrühstückt" habe er abfahren müssen, ergänzte ein Mitstreiter. Wenigstens habe es an den Sammelpunkten schon etwas Verpflegung gegeben. Auch im Bereitstellungsraum am Müncheberger Bahnhof, wo die verschiedenen Züge der Einheit auf weitere Ordern warteten.

Die kamen gegen 9.30 Uhr, nachdem Helfer von Feuerwehrtechnischem Zentrum und Verwaltung die Kulisse vorbereitet hatten. Nebel und Nässe auf der Brachfläche nahe Schlagenthin erschwerten ihnen allerdings das Wirken. Die Holzstapel, die die Dimension des Flächenbrandes auf dem Feld andeuten sollten, wollten nicht richtig zünden. So mussten die eintreffenden ersten Brandbekämpfer unter Leitung von Roland Bierwagen aus Rüdersdorf beim Zielen improvisieren. Ohnehin wussten sie zu dem Zeitpunkt bereits, dass es sich um eine Übung handelt. "Es gab ja keine Lage für uns - Hochwasser, Sturm oder große Hitze", erklärte ein Feuerwehrmann. "Bei echtem Alarm wären auch die Befehle aufgeregter gekommen. Und wir würden mehr schwitzen", ergänzte er.

Dennoch konnten sich die Kameraden beweisen. Denn selbst die 5000 Liter auf dem Strausberger Fahrzeug oder die 4800 von Neuenhagen würden auf einer derart großen Fläche nicht lange reichen. Erst recht nicht die 600 bis 1200 Liter bei den meisten anderen. Also musste eine Wasserversorgung aufgebaut werden. Über fast zwei Kilometer wurde das Nass aus dem Gumnitzsee zur "Wassergasse" gepumpt, die den Wald schützen sollte. Münchebergs Wehrleiter Carsten Greim am Einsatzleitwagen ließ dabei kleine Tücken simulieren, zum Beispiel einen Pumpenausfall. Anderswo zeigte sich Material echt müde: Rehfelde und Eggersdorf stopften kleine Löcher im Schlauch mit speziellen "Binden". Die Schläuche seien zwar alle mit großem Druck geprüft, lägen aber manchmal sehr lange im Auto, ehe sie zum Einsatz kommen, hieß es. Die am Sonnabend benutzten wurden indes gleich ausgetauscht.

Gegen Mittag konnten die Kameraden die Leitungen wieder einrollen und die Pumpen einpacken. Es habe zwar einige Mängel gegeben, aber alles in allem sei die Übung "gut gelaufen", schätzen Sommer sowie Einsatzleiter und Kreisbrandmeister Willi Rossow übereinstimmend ein. Meldungen und gegenseitige Abfragen hätten nach anfänglicher Zurückhaltung geklappt, das Zusammenwirken der Kräfte aus verschiedenen Orten untereinander, das wichtigste Anliegen des Tests, ebenfalls. Immerhin waren 138 Feuerwehrleute mit 28 Fahrzeugen vor Ort. Dazu die DLRG Hennickendorf, die die Versorgung sicherstellte, und weitere Helfer.

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