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Zwei Bischöfe aus Rathenow

Rosemarie Köhn mit Roger Lewandowski und dem als Bischof gewandeten Heinz-Walter Knackmuß.
Rosemarie Köhn mit Roger Lewandowski und dem als Bischof gewandeten Heinz-Walter Knackmuß. © Foto: weber
Simone Weber / 21.04.2017, 11:11 Uhr
Rathenow (MOZ) Nach ihrem letzten Besuch zu Ostern 2014 reiste die im norwegischen Hamar lebende Bischöfin a.D., Rosemarie Köhn, in dieser Woche erneut in ihre GeburtsstadtUnd wie damals wurde sie wieder durch ihre Freundin Susanne Sönderbø, seit 2000 Pastorin in Hamar, begleitet.

Am Mittwoch empfing Landrat Roger Lewandowski die frühere Bischöfin und den Vorsitzenden des Förderkreises zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche zu einem kurzen Gespräch. Heinz-Walter Knackmuß hatte sich dafür kostümiert. Er sah aus wie ein Bischof.

"Rathenow hat zwei Bischöfe hervorgebracht", so Knackmuß. Nicht nur ein geistliches Oberhaupt des skandinavischen Landes, sondern auch einen Brandendenburger Bischof des 15. Jahrhunderts, Stephan Bodecker. Beide haben sogar etwas gemeinsam. Der erste fundierte christliche Kenner der hebräischen Sprache und des jüdischen Brauchtums in Brandenburg verfasste ein Buch zur hebräischen Rechtschreibung. "Rosemarie Köhn veröffentlichte ein 1971 ein Buch zur hebräischen Grammatik", so Heinz-Walter Knackmuß. "Danach lernen die Theologiestudenten in Norwegen noch heute."

Rosemarie Köhn wurde am 20. Oktober 1939 in Rathenow geboren. Ihr Vater Karl Max Willy Köhn (1909 bis 1967) reiste als Optiker beruflich nach Skandinavien. In einem Hotel, in dem er nächtigte, verliebte sich die Norwegerin Eva Mathilde Sörlle (1918 bis 2011) in den Deutschen. Nach der Hochzeit am 4. März 1939 in Trondheim brachte Karl seine Ehefrau mit nachNachdem Vater Karl in amerikanische Kriegsgefangenschaft kam, ging Mutter Eva mit der Tochter zurück in ihre norwegische Heimat.

Nach Schule und Theologie-Studium in Oslo wurde Rosemarie Köhn 1969 zur Pfarrerin ordiniert. Als jahrelange Dozentin für Geschichte der Religion und religiöse Bildung an der Universität Oslo ernannte sie König Harald V. von Norwegen 1993 zur, weltweit zweiten Frau, in das Amt einer Bischöfin. Ihr Amt als Bischöfin von Hamar bekleidete sie bis ins Jahr 2006.

"Als Kind habe ich die Zerstörung der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow am 28. April 1945 miterlebt", so Rosemarie Köhn. "In dieser Kirche wurde ich getauft. Ich wollte den Wiederaufbau des im Zweiten Weltkrieg so schwer zerstörten Gotteshauses meiner Geburtsstadt unterstützen." Aus diesem Grund trat sie im November 2009 dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Kirche bei.

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