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Verkehrsministerin bestätigt Wiederanschluss

Während ihrer gesamten Amtszeit kämpfte Bürgermeisterin Ines Hübner mit den Veltenern um den Wiederanschluss. Jetzt sind die Weichen gestellt.
Während ihrer gesamten Amtszeit kämpfte Bürgermeisterin Ines Hübner mit den Veltenern um den Wiederanschluss. Jetzt sind die Weichen gestellt. © Foto: Tilman Trebs/MOZ
Roland Becker / 07.10.2017, 06:55 Uhr - Aktualisiert 09.10.2017, 13:32
Velten/Potsdam (OGA) Verkehrsministerin Kathrin Schneider hat dieser Zeitung offiziell bestätigt, dass Velten die S-Bahn zurückbekommt. Über ihren Sprecher Steffen Spreu ließ sie ausrichten: "Veltens S-Bahn-Anschluss ist darin als umzusetzende Maßnahme vorgesehen."

Wenn der in dieser Woche von den Ländern Berlin und Brandenburg vorgestellte Lenkungskreis für den Ausbau des Schienenverkehrs das Projekt auf den Tisch bekommt, "dann geht es nicht mehr um das Ob, sondern um das Wann und Wie des S-Bahn-Anschlusses", sagte Streu.

Nicht nur, aber wohl auch mit Blick auf den Wahlkampf hatte Bürgermeister Ines Hübner (SPD) am 28. September zum wiederholten Mal die Ministerin um ein klares Signal gebeten. Dabei hatte die Bürgermeisterin eines nicht unerwähnt gelassen: "Ohne ein deutliches Zeichen würden erhebliche Potenziale im Wohnungsbau nicht genutzt werden können." Hübner bezog sich dabei darauf, dass auf dem Areal zwischen Bahnhof und Nauener Straße durch Privatinvestoren bis zu 1 300 Wohnungen gebaut werden sollen. Im Klartext: Ohne S-Bahn auch kein so arg im Speckgürtel benötigtes Wohngebiet für rund 3 000 Menschen.

Nachdem Ministerin Schneider am Donnerstag der Bürgermeisterin schriftlich mitgeteilt hatte, dass Veltens S-Bahn im Entwurf des Nahverkehrsplans enthalten sei, kannte der Optimismus im Rathaus keine Grenzen. Er reichte sogar so weit, dass es in einer vom Rathaus am Freitag vorgelegten Historie der S-Bahn-Strecke heißt: "2020: Frühester Start eines S-Bahn-Betriebs nach Velten. Als minimale Vorlaufzeit gibt das Land Brandenburg drei Jahre an."

Hierbei wird allerdings vom Idealfall ausgegangen. Da der Landesnahverkehrsplan erst im ersten Quartal 2018 vom Landtag beschlossen werden soll, könnte also allerfrühestens im zweiten Quartal mit den Planungen begonnen werden. Dass das Projekt unter allen von Brandenburg und Berlin verfolgten Vorhaben die allerhöchste Priorität besitzt, darf aber bezweifelt werden. Fakt ist hingegen: Da der Verkehrsplan bis 2022 gilt, müsste spätestens in jenem Jahr mit den Arbeiten für das laut Land 30 Millionen Euro teure Vorhaben begonnen werden. Das hieße damit, dass die erste S-Bahn im schlechtesten Fall 2025 Velten ansteuern wird. Aber was heißt für Velten schon "schlechtester Fall"? Seit der Wiedervereinigung kämpften die verschiedenen Bürgermeister - mal intensiver, mal zurückhaltender - um diesen Wiederanschluss an die Hauptstadt. Dabei erwies sich Hübner in ihrer ersten Amtszeit als besonders hartnäckig. "Das war kein Kurzstreckenlauf", beschied sie am Freitag.

Bereits im nächsten Jahr sollen erste Tatsachen geschaffen werden. Wenn die Bahnanlagen erneuert werden, wird bereits ein Bahnsteig gebaut, der den S-Bahn-Ansprüchen genügt.

Erst vor wenigen Monaten schalteten sich auch die SPD-Ortsvereine von Hennigsdorf und Kremmen ein. "Wenn die S-Bahn in den Veltener Bahnhof einfährt, wird dies nicht nur für uns ein Freudentag werden", teilten beide Ortsvereine gemeinsam mit den Veltener Genossen am Donnerstagabend mit. Unternehmen und Berufspendler würden ebenfalls profitieren. Täglich kommen 1 700 Berliner zur Arbeit nach Velten.

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