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Rastlos unter Strom

Digital Art: Wolfgang Levin bei seiner sehenswerten Ausstellung in der Superintendentur, Falkenseer Bahnhofstraße 61, die weiterhin geöffnet ist.
Digital Art: Wolfgang Levin bei seiner sehenswerten Ausstellung in der Superintendentur, Falkenseer Bahnhofstraße 61, die weiterhin geöffnet ist. © Foto: Meynersen
Klaus Meynersen / 10.11.2017, 22:37 Uhr
Falkensee (MOZ) Die Stadt und der Kirchenkreis trauern um Wolfgang Levin. Er verstarb am 3. November im Alter von 80 Jahren. Die Falkenseer evangelische Heilig-Geist-Gemeinde gedenkt des begnadeten Multitalents in einem Gottesdienst.

Die Levins, er ein begeisterter Architekt, sie eine ebenso begeisterte wie begeisternde Lehrerin, kamen nach der Wende nach Falkensee. Beidefanden bald in der Heilig-Geist-Gemeinde eine neue kirchliche, im Malkreis um Bernd Martin eine neue künstlerische Heimat.

Als langjähriger Kirchbauvereins-Vorsitzender hat sich Wolfgang Levin um die Falkenhöher Gemeinde verdient gemacht. Bei der Einweihung der langersehnten neuen Kirche durch den damaligen Landesbischof Wolfgang Huber war zu hören: "Wenn diese Kirche vier Säulen hat, dann ist eine davon Wolfgang Levin." Er war "diese Säule auch im Kirchenkreis", hebt Pfarrer Dr. Bernhard Schmidt, Vorsitzender der Kollegialen Leitung, nun hervor.

So ist Levins Name zum Beispiel eng mit dem Entstehen der Autobahnkirche Zeestow verbunden. Gleiches gilt auch für den Auf- und Ausbau des Freizeit- und Rüstheims Zeestow. Dessen angedachte Eröffnung und Vermarktung steht jetzt möglicherweise in den Sternen, auch weil Levin nicht mehr mit zupacken kann.

"Seine Kombination von Kreativität, Tatkraft und Frömmigkeit ist einzigartig", hebt Schmidt hervor, "sie hat Levin für den Kirchenkreis so unschätzbar wertvoll gemacht."

Vor allem deshalb zeichnete die Stadt Falkensee 2014 auf Vorschlag von Landrat Roger Lewandowski (CDU) mit dem Bürgerpreis aus. Bürgermeister Heiko Müller (SPD) traurig: "Mit Wolfgang Levin verlieren wir einen sehr aktiven Bürger und einen guten Mensch mit viel Tatkraft." Falkensee, verspricht Müller, "wird Levin in guter Erinnerung behalten."

Bernd Martin, der bekannte Kunstmaler und Farbdesigner, und der Verstorbene haben vor kurzem noch mit einander telefoniert: der eine in seinem Atelier in der Nauener Straße, der andere bereits in einem Berliner Krankenhaus. "Allein die Komposition seiner Bilder ist unübertreffbar", sagt Bernd Martin. Wolfgang und Elke Levin, Bernd Martin und zwei Kollegen aus Berlin haben über 14 Jahre regelmäßig zusammen gemalt. "Wir haben viel von ihm gelernt.", so Bernd Martin.

In seiner letzten und weiter zugänglichen Ausstellung macht Wolfgang Levin weiterhin Furore mit "Digital Art" (Superintendentur in der Ladenpassage Bahnhofstraße 61).

Viele seiner Freunde werden in Zukunft wohl vor allem auch den großen Jahreskalender vermissen, den der innovative Künstler seit langer Zeit kontinuierlich herausgab.

Am 28. November gibt es in der Heilig-Geist-Kirche in Falkenhöh für Wolfgang Levin einen Gedenkgottesdienst.

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