Wegendorf (moz) Der rund 950 Einwohner zählende Ortsteil von Altlandsberg feierte am Sonnabend gleich zwei wichtige Ereignisse: Die Freiwillige Feuerwehr wurde 85, das Dorf selbst gibt es laut urkundlicher Erwähnung bereits 665 Jahre.
Gar nicht so einfach: Aus dem Jahr 1902 stammt die Handdruckspritze der Rehfelder Feuerwehr. Die Kollegen aus Gielsdorf demonstrierten, wie früher gelöscht wurde. Foto: MOZ/Margrit Höfer
Mit Sirenengeheul und Hupkonzert fuhr Sonnabendmittag ein Feuerwehrkorso die alte Schulstraße hinunter. Und so mancher, der sein Mittagsschläfchen hielt und so verpasste, den Wehren zuzujubeln, wurde geweckt. Denn die Wegendorfer erhielten Unterstützung mit Mann und Technik aus Kloster- und Gielsdorf, Altlandsberg und Bruchmühle, Berlin-Marzahn und Garzin sowie aus Wesendahl und Schönfeld.
„Wir haben in unserem Ort einen enormen Zuwachs an Bewohnern“, erzählte nicht ganz ohne Stolz Ortsvorsteher Diethard Wieser. Zwei nach der Wende entstandene Eigenheimsiedlungen sind der Grund dafür. Die neue Kita „Wilde Wiese“ platze mit ihren mehr als 70 Plätzen aus allen Nähten.
Doch trotz dieser erfreulichen Entwicklung drücken Sirko Sonntag die Nachwuchssorgen. Denn auf gerade mal 20 Aktive und sieben Männer aus der Alters- und Ehrenabteilung kann er im Notfall verfügen. „Es wäre toll, wenn sich mehr Leute aus dem Ort für unsere ehrenamtliche Brandschutzarbeit interessieren und mitmachen würden. Denn es kann jeden treffen“, so der junge Mann.
Unter den wenigen Zaungästen am Straßenrand waren auch Hannelore und Werner Krengel. Sie besuchten nach drei Jahren Pause mal wieder das Dorf, in dem er als Kind öfter bei seinen Großeltern Emma und Emil Flieger einige Ferienwochen verbracht hat. Im alten Gutshof lebten die aus Schlesien stammenden Großeltern. Das Gebäude ist mittlerweile abgerissen. „Ja, die Fliegers kenne ich noch. Mit deren Tochter Gerda bin ich seit klein an befreundet“, sprach Irma Krause (74) die Göttinger Familie an. Und gemeinsam kramten sie in Erinnerungen. Krengels verrieten, dass sie mal wieder in Altlandsberg zu Gast sind beim Familientreffen, das seit einigen Jahren Tradition und durch Wende und die gefallene Mauer wesentlich einfacher geworden ist.
Wie kräftezehrend früher das Löschen von Bränden war und wie heftig Heu brennt, demonstrierte die Gielsdorfer Wehr mit Hilfe der Handdruckspritze aus dem Jahr 1902, die die Rehfelder Kollegen ausgeborgt hatten. Mehrere kräftige Männer brauchte es, die ununterbrochen die Bügel bewegten, bis das Feuer erloschen war.
Unter den Zuschauern befand sich auch Dietmar Mahler, Betriebsführer des nahe gelegenen Windparks mit seinen elf Windrädern. Extra für das Fest und die Werneuchener Feuerwehr hatte er seinen kühlen Badestrand verlassen und war nach Wegendorf gekommen. „Wir bieten oft Führungen durch den Windpark und hinauf zu den Rotoren an“, so Mahler. Aber nicht nur das: Oft werden die insgesamt 150 Meter hohen Windräder auch für Höhenrettungsübungen genutzt und gern zur Verfügung gestellt. Das Fest rund um 85 Jahre Feuerwehr und 665 Jahre Dorf wurde ergänzt durch Hüpfburg der Sparkasse, mehrere Ständen, Imbiss und Musik.
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Neueste Kommentare
24.05.2012 15:03:35 Watchdog
NaJa.....
24.05.2012 14:23:07 FF Leser
Das soll nun der große "Wurf" im Nahmensfindungsprozess sein?
24.05.2012 14:07:29 Dagmar Rietz
Demokratie wagen
24.05.2012 13:53:56 Courage
Wir nehmen aber auch ALLES !
24.05.2012 13:52:45 Bürger dieser Stadt
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