Bernau (moz) Wiesen, Wald und Wasser – nur an den Seen lässt sich die Hitze einigermaßen aushalten. Ausflügler kommen zurzeit in Scharen in den Barnim. Die Schattenseite dabei: hunderte Autos, die irgendwo abgestellt werden, weil die Parkplätze nicht reichen. Alternativen scheinen nicht in Sicht zu sein.
Während Strandbadbetreiber am Wochenende über zahlreiche Gäste und damit Einnahmen jubeln konnten, sah es im Umfeld oft weniger rosig aus. An der B 273 in Höhe Liepnitzsee war alles zugeparkt, selbst die Fahrradwege, wurde berichtet. In Lanke war der Obersee der Magnet – und der Ort mit Autokarossen zugestellt. Am Strandbad Wukensee in Biesenthal, das nicht unbedingt über einen kleinen Parkplatz verfügt, standen die Autos zum Teil in Zweierreihen rechts und links der Ruhlsdorfer Straße. Ähnlich die Situation auch in Ruhlsdorf, Sophienstädt und anderen Orten. Damit kollidiert der Anspruch des Barnims, Erholungsgebiet sein zu wollen, sichtbar mit den dafür vorhandenen Bedingungen.
Bei der Barnimer Wirtschafts- und Tourismusfördergesellschaft WITO sieht man das vergangene Wochenende als Ausnahmesituation an, so WITO-Geschäftsführer Rüdiger Thunemann. Würden die Parkplätze jetzt vergrößert, stünden sie bei normalem Bedarf vermutlich leer. In solchen Ausnahmesituationen sollte man auf Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme setzen. Nicht zuletzt sei im Hinblick auf die Wertschöpfung zu bedenken, dass viele, die zum Baden kommen, keinen Cent im Barnim lassen, weil die Zutaten zum Picknick oft mitgebracht würden, so Thunemann.
Auch der Vorsitzende des Tourismusvereins Naturpark Barnim, Andreas Scharschmidt, sieht in der Schaffung zusätzlicher Parkplätze keine Lösung. „Solch einen Extremsommer wie jetzt und 2003 gibt es vielleicht alle sechs, sieben Jahre“, sagt er und fügt an, dass es keinem Haushalt zuzumuten sei, dafür extra Parkplätze zu schaffen. Er setzt auf öffentliche Verkehrsmittel und verweist auf Bernau mit seinem leistungsfähigen Bahnhof. Von dort könnten Busse die Erholungssuchenden zu den Badeseen fahren, so wie die Dreiecksbusse, die von der Prenzlauer Allee/Prenzlauer Promenade früher nach Biesenthal und Lanke gestartet sind. „Ich denke, dass die Berliner nicht unbedingt mit dem Pkw kommen würden, wenn es bessere Alternativen gäbe“, sagt Scharschmidt.
Indes sieht Marienwerders Bürgermeister Mario Strebe das vergangene Wochenende als Bestätigung für das Projekt Parkplatzbau am Bernsteinsee an. „Vermutlich brauchen wir dort nicht 500, sondern 1000 Plätze“, scherzt er. Es werde natürlich bei den geplanten 500 bleiben, versichert er sogleich.
Der Bebauungsplan und die Genehmigungsplanung sind auf den Weg gebracht. Damit soll das jahrelange Problem der Belastung für die Anwohner durch den Staub aus der Welt geschafft werden. Dazu komme, dass am Friedhof und im Wald geparkt sowie nicht selten Unrat weggeworfen werde, so Strebe. Mit dem neuen Parkplatz soll dies der Vergangenheit angehören. Damit er auch angenommen werde, solle die Gebühr entsprechend niedrig sein.
Für die Ordnungsämter, die sich um den ruhenden Verkehr kümmern, aber auch für die Polizei gab es so am Wochenende jede Menge zu tun. Die Polizei ist vor allem eingeschritten, wenn Feuerwehrzufahrten versperrt worden waren, wie am Gorinsee, berichtet Marina Schaub, Sprecherin der Barnimer Polizei. Dort sei der Lautsprecherwagen eingesetzt worden, um die Kraftfahrer zu ermitteln, die sich in den Weg gestellt hatten. Insgesamt haben die Polizeibeamten am Wochenende 60 Verwarnungen wegen Falschparkens ausgesprochen.
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